Beigeordneter Ingo Nürnberger hört sich an, wo »der Schuh drückt«
Hier hilft man sich

Bielefeld (WB/bp). Dass sich Autofahrer nicht ans Tempolimit halten, ohne Rücksicht auf Fußgänger Zebrastreifen überfahren, dass es keinen Treffpunkt für jüngere Erwachsene im Viertel gibt, Post, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten schwer zu Fuß zu erreichen sind – all’ das sind Sorgen von Anwohnern, die sich Sozialdezernent Ingo Nürnberger im Rahmen einer Bürgersprechstunde auf dem Wochenmarkt Meinolfstraße anhörte.

Freitag, 09.08.2019, 15:00 Uhr
Leif Pollex, Reinhild Neißkenwirth, Ingo Nürnberger und Martina Roos-Schatzschneider (von links) zeigen auf dem Meinolf-Wochenmarkt die Symbole, die für Wünsche und Anregungen der Anwohner des Wohnviertels stehen. Foto: Burgit Hörttrich

Der Beigeordnete plant, die Wochenmärkte in allen Stadtteilen in Kooperation mit den Stadtteilkoordinatoren zu besuchen, um dort zu erfahren, wo den Anwohnern besonders »der Schuh drückt«. Im 5. Kanton zeigte sich Nürnberger angetan von der guten Nachbarschaft im Quartier: »Die Menschen, die hier leben, kennen sich – und das oft schon seit Jahrzehnten.«

Stadtteilkoordinator Leif Pollex und Reinhild Neißkenwirth, die sich auf vielfältige Weise in der Kirchengemeinde St. Meinolf vom Vorstand über den Spielkreis bis zum Spontanchor engagiert, können das bestätigen. Ja, in den Nachbarschaften unterstütze man sich gegenseitig, die Identifikation mit dem Viertel zwischen Auf dem Langen Kampe und Bleichstraße sei hoch. Reinhild Neißkenwirth: »Hier bleibt niemand, der neu hinzuzieht, Außenseiter, wenn er das nicht will.« Dazu trügen auch die Feste (Kirschblütenfest, Ziegelstraßenfest und das Stadtteilfest an der Volkeningschule) bei.

Sicherheit hat hohe Bedeutung

Der Wochenmarkt sei nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern auch Treffpunkt. Denn, so Leif Pollex, »die kleinen Läden und die Eckkneipen von früher gibt es hier auch nicht mehr.« Martina Roos-Schatzschneider, Hausleitung des AWO Aktivitätenzentrums an der Meinolfstraße, sagt, dass das Zentrum ein »Ort der Begegnung« sei.

Das, was sie sich für ihr Wohnviertel wünschen, konnten die Bewohner mit Hilfe eines Spiels sichtbar machen. Dezernent Ingo Nürnberger: »Auch das Thema der Sicherheit scheint hier hohe Bedeutung zu haben.« Er selbst könne jedoch nicht sagen, ob es tatsächlich besorgniserregende Vorfälle gegeben habe oder ob das Unsicherheitsgefühl eher in der Wahrnehmung der Anwohner begründet sie.

Eine Anwohnerin hat jedenfalls noch eine Idee: »Gäbe es eine Stelle, an der große Gießkannen deponiert werden könnten, könnten wir aus der Nachbarschaft die Straßenbäume wässern. Ich wäre jedenfalls dabei.«

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