Anja Blacha (29) klettert in Pakistan auf zweithöchsten Berg der Welt
Bielefelderin bezwingt den K2

Bielefeld (WB). »Man macht einen Schritt – und muss dann erst einmal wieder atmen«, sagt Anja Blacha. Die 29-jährige Bielefelderin hat als erste deutsche Frau den Gipfel des K2 bestiegen. Auf dem Dach des zweithöchsten Bergs der Welt überkommen sie die Gefühle.

Dienstag, 06.08.2019, 04:32 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 04:40 Uhr
Bei besten Wetterbedingungen hat Anja Blacha den Gipfel des K2 bestiegen und posiert für ein Erinnerungsfoto. Foto: Anja Blacha

Vom Basislager auf der pakistanischen Seite aus dauerte der Aufstieg auf den mit 8611 Metern zweithöchsten Berg der Welt fünf Tage. In den ersten Tagen war Anja Blacha jeweils fünf bis sieben Stunden unterwegs, dann zog sie sich ins Zelt zurück. Die Höhenluft zerrte an den Kraftreserven.

Lange Schlussetappe

Der Aufstieg zum Gipfel war auf der Schlussetappe noch einmal richtig lang. In elf Stunden mit vielen kleinen Schritten ging die Bielefelderin noch einmal an das körperliche Limit. »Je höher man kommt, umso langsamer geht man«, erzählt Anja Blacha von ihrem Moment in der sogenannten »Todeszone« auf über 8000 Meter. »Oben angekommen, ist man dann total glücklich«, beschreibt sie das Gefühl am 25. Juli, als sie gemeinsam mit ihrem Sherpa bei klarer Aussicht den höchsten Punkt des K2 erreichte.

Anja Blacha bezwingt zweithöchsten Berg der Welt

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Das Besondere am Aufstieg der Bielefelderin: Sie verzichtete auf Flaschensauerstoff, was für Bergsteiger in großen Höhen eine spezielle Herausforderung ist. Der Aufstieg ohne Unterstützung hat aber auch Vorteile, wie Anja Blacha berichtet. Man ist nicht auf externe Hilfsmittel angewiesen. »Bei Verzögerungen während der Besteigung, wie sie dieses Jahr beim ersten Versuch des Gipfelanstiegs passierten, haben Bergsteiger mit Flaschensauerstoff nur begrenzte Flexibilität, bis ihnen der mitgeführte Flaschensauerstoff ausgeht«, erklärt Blacha. In der diesjährigen Saison sollen drei Viertel aller K2-Aufstiege abgebrochen worden sein.

Gefahr vor Lawinen

Auch die Gefahr von Lawinen spielt mit. Bis kurz vor Ende der Saison war am sogenannten Flaschenhals, einer Schlüsselstelle auf der letzten Etappe zum Gipfel, grosse Lawinengefahr. »Beim Versuch die Stelle zu versichern, wurden sogar Bergsteiger von einer kleineren Lawine erfasst«, sagt Blacha.

Zudem sei selbst die einfachere Route von der pakistanischen Seite aus sehr anspruchsvoll und riskant. »Einige prominente Bergsteiger haben diesen Aufstieg auch im dritten und vierten Anlauf nicht geschafft«, sagt Blacha. Die Bielefelderin gehört jetzt aber offiziell zu den Bezwingern des K2 – und das als erste deutsche Frau, wie der Chronist Eberhard Jurgalski offiziell notierte.

Anja Blacha fing erst vor wenigen Jahren mit dem Extrem-Bergsteigen an. Nach ersten Abenteuern in der Höhe fasste sie sich das Ziel, die höchsten Berge aller Kontinente zu besteigen. Sie bezwang den Elbrus in Russland, den Kigo (Kilimandscharo-Massiv) in Tansania und den Aconcagua in Südamerika. Den Denali in Alaska, die Carstensz-Pyramide auf der Insel Neuguinea und den Mount Everest im Himalaya erkletterte sie ebenfalls. Als letzten Berg der »Seven Summits« stieg sie auf den Mount Vinson in der Antarktis.

Ihre nächste Expedition soll Anja Blacha aber nicht auf die höchsten Gipfel dieser Erde führen. Die 29-Jährige plant für Ende des Jahres die Querung der Arktis von der Küste bis zum Südpol.

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