Mehrere 1000 Besucher erleben beim Ziegelstraßenfest Musik, Trödel und Gemeinschaft
Drei Tage Kiez-Gefühl

Bielefeld (WB). Eine Hausgemeinschaft brutzelt Döner im Pavillon auf dem Gehweg, gegenüber am Stand des CVJM basteln Kinder Hüte aus Zeitungspapier, an Flohmarktständen gibt es von alten Kameras bis zu Kleidung (fast) alles, von der Bühne klingt Reggae-Musik und vor der Tür der Lotto-Annahmestelle treffen sich Nachbarn auf einen Klön – an der Ziegelstraße gab es am Wochenende beim Straßenfest wieder Kiez-Gefühl im Bielefelder Osten.

Dienstag, 06.08.2019, 09:00 Uhr
An zahlreichen Flohmarkständen wurde gefeilscht, aber auch einfach nur nett geplaudert. Foto: Hendrik Uffmann

Zum zwölften Mal hatte die Werbegemeinschaft im 5. Kanton das Straßenfest organisiert, für das die Ziegelstraße zwischen Walkenweg und Bernhard-Kramer-Straße gesperrt war. »Doch zum ersten Mal ging das Fest über drei Tage«, sagte Organisator Wolfgang Lückewille am Sonntag.

Ela Adigüzel (11) und Waldemar Kuhn sammelten als Stelzenläufer Spenden für das Fest.

Ela Adigüzel (11) und Waldemar Kuhn sammelten als Stelzenläufer Spenden für das Fest. Foto: Hendrik Uffmann

Und mit der Resonanz zeigte er sich mehr als zufrieden. »Bei den Auftritten der Bands waren am Freitag 200 Besucher gekommen, am Samstag sogar sicher 300 bis 400. Damit war es die größte Musikveranstaltung seit Bestehen des Straßenfest«, freute er sich. Am Freitagabend hatte die Beatles-Coverband »The Dukes« gespielt, am Samstagabend waren »No Talent« und Steve Haggerty & Touch of Sound« aufgetreten.

Und auch der Sonntag kam gut am. Zwischen 2000 und 3000 Besucher, schätzte Lückewille, schlenderten auf der sonst viel befahrene Ziegelstraße auf und ab und erkundeten, was es an den Ständen zu entdecken gab. Mehr als 50 Vereine, Organisationen, Unternehmen und Betreiber von Flohmarktständen beteiligten sich an dem Programm. Dass es auch viele Aktionen für Kinder gab, war den Ausrichtern wichtig, so Wolfgang Lückewille. »Jeder Händler oder Unternehmer, der mitmachen will, muss auch etwas für Kinder anbieten«, nannte er eine der Auflagen für die Teilnehmer.

Die meisten Besucher kommen zu Fuß

Einen der vermutlich schweißtreibendsten Jobs beim dem Straßenfest hatten Marius Müller und Luisa-Marie Reimann vom CVJM Petri. In aufblasbaren Kostümen als Köchin und Sumo-Ringer verkleidet liefen sie auf und ab, um die Besucher auf den Stand des Vereins aufmerksam zu machen. Und Ela Adigüzel (11) und Waldemar Kuhn waren als Stelzenläufer unterwegs, um die Besucher um einem Euro als Spende für die Ausrichtung des Straßenfests zu bitten.

Gabriela Fromme zeigte die kreativen Figuren und Bilder, die sie selbst gestaltet hat.

Gabriela Fromme zeigte die kreativen Figuren und Bilder, die sie selbst gestaltet hat. Foto: Hendrik Uffmann

Der Plan, ein Fest für das Viertel auf die Beine zu stellen, sei auch in diesem Jahr wieder aufgegangen, so Wolfgang Lückewille. »Parkplatzprobleme haben wir keine, weil die meisten Besucher zu Fuß kommen.«

Premiere hatte bei dem Ziegelstraßenfest die Bielefelder Stadtmeisterschaft für den Verein Fruchtalarm im Dart. Organisiert hatte diese Michael Rohr, der zuvor Betreiber der Gaststätte Hasenpatt in Schildesche war. Dort hatte er das Turnier bereits drei Mal ausgerichtet und 13.000 Euro für der gemeinnützigen Verein Fruchtalarm sammeln können.

Vor einigen Monaten hatte Rohr dann die Traditionsgaststätte »Hasenbäcker« an der Ziegelstraße übernommen und darin den »Papperla-Pub« eröffnet – und die Dart-Stadtmeisterschaft ebenfalls dorthin verlegt. »Wir haben vier Turniere gespielt mit 126 Teilnehmer, so dass wir bestimmt wieder 2000 bis 3000 Euro spenden können«, sagte Rohr. Enttäuscht zeigte sich Wolfgang Lückewille nur von der Politik: »Im Vorfeld habe ich alle Ratsparteien angesprochen und gebeten, zum Straßenfest zu kommen. Doch alle haben abgesagt. Da müssen sich die Parteien nicht über Politikverdrossenheit wundern.«

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