Freiwillige Feuerwehren übernehmen das Gießen bedrohter Bielefelder Bäume
Rettungseinsatz in der Dürre der Parks

Bielefeld (WB). Der Fußweg im Gellershagener Park ist staubtrocken, das Gras der Wiese verdorrt. Björn Scholz dreht das Strahlrohr auf und gibt den jungen Bäumen eine kräftige Portion Wasser. Insgesamt 17 Löschabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr waren am Wochenende im Gießeinsatz.

Sonntag, 04.08.2019, 18:48 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 18:50 Uhr
Wasser marsch: Nur für das Foto wässern Björn Scholz (links) und Steven Mahnke die Wiesenfläche rund um den Stamm. Der Großteil des Wasser wird in den grünen Wassersack direkt an den Stamm gefüllt und kann langsam nachsickern. Foto: Michael Diekmann

»Es ist eine freiwillige Aktion«, unterstreicht Andreas Psiorz. In kürzester Zeit habe er aber seine Mannschaft für den Sondereinsatz zusammen gehabt, berichtet der Löschabteilungsführer der Wehr von Gellershagen. Jetzt ist der Chef mit Oberbrandmeister Björn Scholz, Unterbrandmeister Dieter Welther, Unterbrandmeister André Lichtendonk und Feuerwehrmann Steven Mahnke unterwegs im Revier der Stadtgärtner.

Gegen 13.30 Uhr im Gellershagener Grünzug parallel zur Schuckertstraße haben sie schon die dritte Tankfüllung mit 2.000 Litern verbraucht, müssen zum Nachfassen an das Gerätehaus fahren. Der Umweltbetrieb hatte um Hilfe gebeten, besonders bedürftige Bäume zu versorgen. »Vor allem die jüngeren Bäume bis zu zehn Jahren, die an besonders sonnigen Standorten wachsen, leiden unter der anhaltenden Trockenheit und drohen zu verdursten«, erklärt Thomas Finke, der Leiter der Grünunterhaltung. Die Rekordtemperaturen und der fehlende Regen hätten ihnen schon sehr zugesetzt, schildert Finke den Ernst der Lage.

Stadtwerke stiften das Wasser

Seit Wochen ist es in Bielefeld allenfalls zu kleinflächigen Niederschlagsereignissen gekommen. In Jöllenbeck soll es am Freitag geregnet haben, in Sennestadt auch, berichtet Andreas Psiorz: »Bei uns ist nichts angekommen.«

Samstag und Sonntag waren unterwegs die Löschabteilungen West, Theesen, Gellershagen, Schildesche, Mitte, Jöllenbeck, Heepen, Milse, Brake, Ubbedissen, Sieker, Ost, Brackwede, Quelle, Gadderbaum, Sennestadt und Senne. Jede Abteilung organisierte sich selbst, hatte Feuerwehrchef Hans-Dieter Mühlenweg zum Verfahren erklärt. Das Wasser bezahlten die Stadtwerke für die Gießeinsätze. Insgesamt gibt es in Bielefeld 116.000 Bäume. Sie alle zu wässern sei für die Stadtgärtner kaum zu leisten. Mitmachen können laut Umweltbetrieb auch die Bürger, einen Baum vor der Tür täglich versorgen oder ein Baumpate werden. Dafür gibt es sogar eine Urkunde und Pflegetipps.

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