Tochtergesellschaft der Stadt will Geld sicher anlegen
Kapitalanlage Bauernhof: BBVG investiert in Wiesen und Äcker

Bielefeld (WB). Die BBVG, Tochtergesellschaft der Stadt, hat »auf dem Land« investiert – bereits zum zweiten Mal. Nach dem Erwerb des Hofes Osthus in Senne kam im vergangenen Jahr auch der Hof Obermeyer an der Bechterdisser Straße in das Eigentum der BBVG.

Samstag, 03.08.2019, 13:00 Uhr
Der Hof Obermeyer an der Bechterdisser Straße in Oldentrup: Auch nach dem Erwerb durch die BBVG bleiben alle Miet- und Pachtverhältnisse für Felder und Grünland, Wohnungen und Stellplätze weiterhin bestehen. Foto: Michael Diekmann

BBVG-Geschäftsführer Joachim Berens spricht von einer »alternativen Kapitalanlage«. Die Geschichte des ehemaligen Sattelmeierhofs Obermeyer zu Ditzen an der Bechterdisser Straße ist bis ins frühe 17. Jahrhundert exakt nachzuvollziehen. Der Hof umfasst neben den Gebäuden fünf Hektar Land.

Der Hof Osthus war der erste Bauernhof, den die BBVG gekauft hat. Er ist 100 Hektar groß, umfasst Wohngebäude, wirtschaftliche Nutzflächen sowie Grünland. Auf beiden Höfen, so Berens, seien die Flächen an Bielefelder Landwirte verpachtet, Wohnungen und Stellplätze vermietet: »Daran wird auch nichts verändert. Wir behalten den Status quo bei.«

Beim Grünland des Hofes Osthus, der im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, arbeitet die BBVG eng mit dem Umweltamt der Stadt zusammen. Auf dem ehemaligen Sattelmeierhof Obermeyer würden »unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten« geprüft, berichtet Berens. Sattelmeierhöfen waren in Kriegszeiten verpflichtet, für die Kriegszüge je einen Mann mit gesatteltem Pferd zu stellen.

Ausgleich für Flächen

Den Preis für den Erwerb nennt Berens nicht. Mit dem Ankauf solcher Immobilien will die BBVG zum einen vermeiden, Geld durch sogenannte Negativzinsen einzubüßen, würde es denn auf klassische Weise bei Geldinstituten angelegt.

Zum anderen könnten Wiesen und Felder als sogenannte Ausgleichsflächen genutzt werden. Theoretisch kämen Acker und Grünland auch als Tauschflächen gegen andere Flächen innerhalb der Bielefelder Stadtgrenzen in Frage, die zum Beispiel für den Wohnungsbau entwickelt werden sollten. So könnten dann betroffene Landwirte einen Ausgleich für Flächen, die zu Bauland werden, bekommen. Berens sieht darin »eine denkbare Option für die Stadt«.

Aktive Bodenpolitik

Zudem seien im Bedarfsfall solche Höfe wieder veräußerbar. Gezielt gesucht nach landwirtschaftlichen Betrieben, die zum Verkauf standen, habe man nicht, sagt Berens: »Es hat sich so ergeben. Außerdem müssen natürlich die Konditionen passen.«

Die aktive Bodenpolitik sei ohnedies eine der Aufgaben, die die BBVG im Namen der Stadt betreibe, sagt Joachim Berens . Ziele seien Erwerb, planungsrechtliche Entwicklung, Erschließung und Vermarktung von solchen Flächen für Wohnungsbau oder gewerbliche Nutzung. 2018 habe die BBVG eine sechs Hektar große Fläche in Oldentrup gekauft, die sich gemeinsam mit angrenzenden städtischen Flächen grundsätzlich als Bauland eignen würden.

Berens erinnert daran, dass es in Bielefeld einen »Mangel an bezahlbarem Wohnraum« gebe und einen Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen. Prognosen sprächen da von 230 Hektar bis 2035.

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