Feuerwehr und Stadtwerke unterstützen Umweltbetrieb
Aktion »Baumdurst löschen« ruft zum Gießen auf

Bielefeld (WB). Jörg Gumpert ist Bühnenmeister beim Theater Bielefeld. Sitzt er am Schreibtisch in seinem Büro, fällt sein Blick auf die Hainbuche im Innenhof zwischen Altem Rathaus und Stadttheater. Und die, getauft auf den Namen Hermine, leidet wie die anderen Stadtbäume auch, unter Sommerhitze und Trockenheit.

Freitag, 02.08.2019, 10:29 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 10:32 Uhr
Claudia Heidsiek (links) wässert gemeinsam mit Parteifreunden und Umweltschützern die Hainbuche im Rathaus-Innenhof, die unter der Trockenheit leidet. Foto: Bernhard Pierel

Gumpert entschloss sich zu Erster Hilfe, verlegte aus dem Stadttheater über die Bühne und durch die Garderoben einen Schlauch, um den etwa 60 Jahre alten Baum zu bewässern. Zudem schrieb er den Grünen – die Fenster des Fraktionsbüros gehen ebenfalls auf den Innenhof – ob man nicht gemeinsam etwas unternehmen könnte, um die Hainbuche am Leben zu erhalten.

Claudia Heidsiek, Referentin Fraktionsgeschäftsführung, reagierte umgehend: Sie brachte den städtischen Immobilienservicebetrieb (ISB) dazu, den Wasseranschluss im Hof, der abgestellt und verplombt war, wieder frei zu geben und die Grünen haben die Patenschaft für den Baum übernommen. Jörg Gumpert betont, dass die Hainbuche ihre Blätter bereits abgeworfen habe: »Grün sind nur noch die noch unreifen Fruchtstände.«

Grünen erinnern an Baumpatenschaften

Die Grünen wollen noch einmal daran erinnern, dass es die Möglichkeit gibt, offiziell eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann: »Vielleicht einfach für einen Baum vor der eigenen Haustür.« Ein solcher Baum müsse, so der Tipp des Umweltbetriebes, »alle sechs Tage mit 60 bis 80 Liter Wasser versorgt werden«. Bei Trockenheit natürlich nur. Die Grünunterhaltung der Stadt sei zwar zur Zeit im Dauereinsatz, gieße die Bäume am Straßenrand, erklärt Claudia Heidsiek, aber: »Das ist ja einfach nicht überall zu schaffen.«

An diesem Wochenende unterstützt die Berufsfeuerwehr den Umweltbetrieb beim Gießen der Bäume in Grünanlagen und Parks. »Vor allem die jüngeren Bäume im Alter von bis zu zehn Jahren, die an sonnigen Orten stehen, leiden unter der anhaltenden Trockenheit und drohen zu verdursten«, so Thomas Finke, Abteilungsleiter Grünunterhaltung beim Umweltbetrieb. Die Rekordtemperaturen und der fehlende Regen hätten den Bäumen sehr zugesetzt.

Unterstützung kommt auch von den Stadtwerken: Sie sponsern das Wasser, das die Feuerwehr für ihre Gießeinsätze benötigt.

Erst 70 Baumpaten in Bielefeld

Es gebe, so ist Claudia Heidsiek von den Grünen überzeugt, sicher »viele Menschen, die ebenfalls einfach so Stadtbäume gießen.« Unterstützt wird die Partei bei ihrer Aktion »Baumdurst löschen« von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), Pro Grün und dem NABU (Naturschutzbund Deutschland).

Hainbuche Hermine wurde am Donnerstag erst einmal so lange gewässert, bis sich die trockene Erde voll gesogen hatte. Hermine stehe für alle Stadtbäume. Heidsiek: »Viele von ihnen haben den Hitzesommer 2018 noch nicht verkraftet.«

In Bielefeld gibt es etwa 116.000 städtische Bäume. Die alle ausreichend zu wässern, würde die städtischen Gärtner schlicht überfordern. Deshalb würden Feuerwehr, Umweltbetrieb und Stadtwerke »an einem Strang« ziehen.

Aber auch Einwohner können hochoffiziell mithelfen. Indem sie Baumpate werden. Interessierte suchen sich »ihren« Baum aus und erhalten eine »Paten-Urkunde«. Mitarbeiter des Umweltbetriebes geben den Paten fachkundige Tipps, wie sie »ihren« Baum am besten pflegen und natürlich mit Wasser versorgen können.

Wer offiziell Baumpate werden möchte, kann sich melden unter Telefon 0521/51-3782 oder eine Mail schreiben an umweltbetrieb@bielefeld.de Bislang gebe es in Bielefeld erst rund 70 Baumpaten.

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