Der Besuchergarten »Am Meierhof« steht seit 25 Jahren für natürliche Faszination
Einfach gärtnern mit Leib und Seele

Bielefeld (WB). Beim ersten Besuch sind die Augen überwältigt von der Vielfalt der Eindrücken. Was sich selbst in einem dicken Gartenbuch kaum darstellen lässt, präsentiert der Besuchergarten in der Kleingartenanlage »Am Meierhof« auf 600 Quadratmetern. Und: die ganze Vielfalt ist täglich geöffnet. Jetzt wird sie 25 Jahre alt.

Samstag, 03.08.2019, 15:00 Uhr
Für Vielfalt im Garten: Alfred Manke (links) und Bezirksfachberater Dirk Walter kennen sich nicht nur mit Sträuchern, Stauden und Freilandgemüse aus. Zu einem richtigen Besuchergarten gehört natürlich auch das Tomaten-Gewächshaus. Foto: Bernhard Pierel

Die Kleingartenanlage Am Meierhof liegt an der Heeper Straße, gegenüber der Radrennbahn. Genau 72 Parzellen hat die Anlage. Leerstände gibt es nicht. Wohl aber Wartelisten. Seit gut vier Jahren, freut sich Alfred Manke, spüre die Zunft der Kleingärtner deutlichen Aufschwung. Junge Familien kommen, Syrer sind interessiert, Polen, Menschen mit russischen Wurzeln. Für Nachwuchs ist auch gesorgt: Interessanterweise werden viele Parzellen von Oma an die Enkel übergeben.

Gemeinsames Herzstück

Jede Parzelle hat ihren Reiz. Der Anspruch des Besonderen liegt aber auf jenen 600 Quadratmetern des »Besuchergartens«, der für die Mitglieder des Bezirksverbandes in 34 Vereinen in Bielefeld und neun im Kreis Gütersloh von Langenberg bis Halle ein gemeinsames Herzstück ist, in dem sie fachsimpeln, ausprobieren, aber auch immer neue Menschen für die Faszination Garten gewinnen. Manke: »Kindergärten kommen gern, Seniorengruppen aus dem nahen Leithenhof, Familien. Manche holen sich Rat, Anregungen. Andere möchten einfach nur entspannen und Ruhe genießen.«

Im März 1993 hatte die Veranstaltung »Lebensräume für Bielefeld« den Anstoß gegeben. Alfred Schmalbeck, schon damals Bezirksvorsitzender, und Bezirksfachberater Jürgen Twelker bewarben sich mit einem Lehr- und Versuchsgarten am Wettbewerb. Ein Eckgarten mit 300 Quadratmetern sei damals frei geworden, erinnert sich Schmalbeck.

Es wurde kräftig aufgeräumt und danach vollkommen neu gestaltet. Nach drei Jahren, 1996, konnte die Anlage vorgestellt werden. Mehr als die Vielfalt von Hochbeet bis Wasserfläche beeindruckt die Zahl der Maßnahmen für Insektenvielfalt, Vögel und Reptilien. Vieles davon, weiß der heutige Bezirksfachberater Dirk Walter, könne man einfach in jedem Garten umsetzen. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass Umweltverbände wie der NABU gern vorbeischauen, es 1998 sogar den Umweltpreis der Stadt Bielefeld gab. Manke: »Als 2003 der Nachbargarten frei wurde, haben wir natürlich zugegriffen und die Anlage verdoppelt.«

»Dora-Laube« ist 100 Jahre alt und original erhalten

Damit war auch Platz für ein historisches Schmankerl. Die sogenannte »Dora-Laube« ist 100 Jahre alt und original erhalten, stand früher an der Lerchenstraße und erinnert an ihre Besitzerin Dora Thiel. Es zeige, so Manke, wie man mit seinem Garten alt werde – und stets glücklich sei. Der Besuchergarten, der am Sonntag ab 11 Uhr mit einem Programm vorgestellt werden soll, zeigt neben der Blumenvielfalt auch die große Palette der Gemüsearten und weist den Weg, wie man sich einfach ein Hochbeet bauen kann – und sich bei der Ernte nicht mehr bücken muss.

Die Gartenpflege übernehmen übrigens sechs Mitglieder aus den Vereinen als ständige Aufgabe unter der Woche. Bei 4.500 Gärtnern im Bezirk gesellen sich alle zwei bis drei Wochen dann Delegationen aus den 43 Vereinen am Samstagvormittag dazu. Man arbeitet insektenfreundlich und verzichtet grundsätzlich auf Spritzmittel. Im Blickpunkt beim Thema Gemüse steht 2019 übrigens die Kartoffel. Natürlich gibt es wie immer Fachberatungen im Themengarten. Alles von Anbau bis Verzehr ist dabei, freut sich Alfred Manke: »Wir in einem richtigen Garten.«

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