Sanierung des Freizeitzentrums läuft – bis Ende 2020 werden 6 Millionen Euro verbaut
»Baumheide erhält ein neues Gesicht«

Bielefeld-Baumheide (WB). Auf dem Flachdach schuften schon seit vier Wochen die Dachdecker: Die Sanierung des Freizeitzentrums Baumheide hat begonnen. Noch spüren die Besucher wenig davon, das wird sich jedoch bald ändern. Bis Ende 2020 wird das Gebäude für sechs Millionen Euro umgebaut und modernisiert – im laufenden Betrieb.

Sonntag, 04.08.2019, 08:00 Uhr
FZZ-Leiterin Gertrude Imorde-Holland (von links), Sabine Doser (Projektleiterin Immobilienservicebetrieb), Architekt Stefan Jörden und Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher mit einem Modell, das die neue Aufteilung der Stadtteilbibliothek zeigt. Foto: Thomas F. Starke

Dabei gibt es zwei Bauabschnitte: Bis Anfang 2020 soll die energetische Sanierung mit neuen Fenstern und einer gedämmten Fassade abgeschlossen sein. Schon im Herbst starten dann die Arbeiten im Inneren, bei denen alle Nutzungsbereiche bis auf die Bibliothek und den große Saal innerhalb des Gebäudes umziehen und aufgewertet werden.

Wie mehrfach berichtet, sind die Arbeiten und nun der erste Bauabschnitt wesentlicher Teil für des Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (Insek) für Baumheide, dessen Volumen insgesamt fast 27 Millionen Euro umfasst.

Neue Aufteilung der Bereiche

Erst der Erfolg, dass die Aufwertung des Stadtteils mit diesen Fördermitteln unterstützt wird, habe den schon seit 15 Jahren geplanten Umbau des Freizeitzentrums am Rabenhof möglich gemacht, sagte Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher (SPD) am Dienstag bei einer Begehung.

Auf der Rückseite des Gebäudes wird ein Lichthof ausgeschachtet, der den Zugang zum neuen Jugendbereich bildet.

Auf der Rückseite des Gebäudes wird ein Lichthof ausgeschachtet, der den Zugang zum neuen Jugendbereich bildet. Foto: Thomas F. Starke

Nach monatelangen und umfangreichen Planungen haben nun die Arbeiten an dem 1976 eröffneten Gebäude begonnen. Das Ziel dabei ist, dass alle Nutzungsbereiche verbessert werden und vor allem getrennt voneinander funktionieren können. »Wenn zum Beispiel Räume für eine Feier vermietet werden, soll dafür nicht das ganze Haus offen stehen müssen«, erklärt Architekt Stefan Jörden von der Energielenker Planungs GmbH in Münster, die den Umbau zusammen mit dem Architekturbüro Ellertmann-Schmitz (Münster) geplant hat.

Damit dies gelingt, soll es eine Art »Ringtausch« geben. Das Café, das derzeit noch zum Innenhof hin gelegen ist, wird an die Stelle der jetzigen Beratungsstelle neben dem Haupteingang ziehen. »Damit wird das Café größer und vor allem besser sichtbar innerhalb des Quartiers und so öffnet sich das Haus weiter«, sagt FZZ-Leiterin Gertrude Imorde-Holland.

Die Beratungsstelle zieht um auf die Nordostseite des Gebäudes in Richtung Donauschwabenstraße in den jetzigen Jugendbereich. Dort gibt es für die Gespräche künftig doppelt so viel Platz und auch mehr Diskretion durch einen separaten Eingang und verbesserten Schallschutz.

Lichthof zum Untergeschoss

Der Jugendbereich zieht in das Untergeschoss des Gebäudes auf die Fläche der nicht mehr benutzten Kegelbahn und der Diskothek und wird dann künftig etwa 400 Quadratmeter zur Verfügung haben. Hier wird es Proberäume für Bands und Musiker und auch Werkstätten für Kreativangebote geben.

Auf dem Dach arbeiten Benjamin Henze (links) und Harald Haseloff an der neuen Dämmung.

Auf dem Dach arbeiten Benjamin Henze (links) und Harald Haseloff an der neuen Dämmung. Foto: Thomas F. Starke

Um diesen Bereich besser zugänglich zu machen und vor allem mit Tageslicht zu versorgen, wird an der nordöstlichen Ecke des Gebäudes in Richtung Stauferstraße der Boden auf einer Fläche von etwa 24 mal 15 Metern eine Etage tief ausgehoben. In dem so entstehenden Lichthof wird eine Treppe installiert, die zum Untergeschoss führt und gleichzeitig wie ein Artrium mit Sitzstufen funktioniert. »Außerdem können wir so bodentiefe Fenster für die unteren Räume einbauen«, erläutert Architekt Jörden.

Der Flur im der Mitte des Gebäudes soll zu einer Passage ausgebaut werden, in Richtung Stauferstraße wird es an deren Ende einen zusätzlichen Eingang geben.

An ihren jetzigen Standorten bleiben der Kinderbereich, der eine zusätzliche, zum Innenhof gelegene Kinderküche erhält, und die Stadtteilbibliothek. Sie erhält zusätzlichen Raum und wird umgebaut zu einer »Open Library« mit mehr Aufenthaltsqualität.

Bei der Sanierung von Dach, Fenstern und Fassade gehe es vor allem um besser Dämmung, erklärt Jörden. Denn bislang sei das Gebäude kaum isoliert. Die Dämmung, die demnächst angebracht wird, ist 20 Zentimeter stark, die Fassade erhält eine farbenfrohe Außenseite.

FZZ bleibt geöffnet

Dass der Umbau im laufenden Betrieb erfolgt, werde einige Einschränkungen mit sich bringen, so Stefan Jörges. So werde der Jugendbereich eine Zeit lang »heimatlos« sein. Dennoch sei es richtig, das Freizeitzentrum während der Bauarbeiten nicht zu schließen, findet Gertrude Imorde-Holland. »Dann sehen die Nutzer, wie sich ihre Freizeitzentrum verändert und haben Teil daran.«

Wichtig sei auch, sagt Michael Seibt von der Stadtteilkonferenz Baumheide, dass die Sanierung des FZZ der erste von mehreren Baubschnitten sei. »Es folgen der Vorplatz und die Umgestaltung der Stadtbahnhaltestelle. Damit erhält Baumheide ein neues Gesicht.«

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