Stadt kennt bislang weder Gelände noch Zustand der Gebäude
Kasernen: erste Begehung zum Jahresende

Bielefeld (WB). Voraussichtlich Ende des Jahres kann das Gelände der beiden britischen Kasernen Catterick (Detmolder Straße) und Rochdale (Oldentruper Straße) erstmals begangen werden. Das berichtet Bauamtsleiterin Catrin Hedwig. Die Stadt möchte die beiden Areale mit einer Gesamtgröße von über 40 Hektar übernehmen, aber kennt bislang weder Grundstücke noch Gebäude aus eigener Anschauung.

Donnerstag, 01.08.2019, 08:00 Uhr
Die Stadt hat mit einer Firma einen Vertrag über eine vorbereitende Untersuchung der Catterick-Kaserne abgeschlossen. Foto: Thomas F. Starke

Man habe jetzt mit dem Unternehmen Drees & Sommer, Spezialisten unter anderem für Revitalisierung und Grundstücksentwicklung, einen Vertrag über vorbereitende Untersuchungen geschlossen, berichtet Catrin Hedwig.

Um im Rahmen des Konversionsprozesses, der zivilen Umnutzung von Kasernen-Anlagen, auch aus »Catterick« und »Rochdale« nach dem Abzug der Briten 2020 neu Stadtquartiere zu machen, würden städtebauliche Wettbewerbe ausgeschrieben. »Bis es soweit ist, sollte dann auch eine Entscheidung über die Verlängerung der Stadtbahn nach Hillegossen gefallen sein«, sagt die Baumamtsleiterin. Falls die Linie 2 ab Sieker verlängert, das Catterick-Gelände davon berührt würde, sei das schließlich entscheidend für die künftigen Planungen.

Bund will Briten-Wohnungen behalten

Seit Anfang Juli steht zudem fest, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) ehemalige Wohnungen britischer Streitkräfte und deren Familien, die sich im Besitz des Bundes befinden, selbst vermieten beziehungsweise verkaufen will. Das gelte in Bielefeld allerdings nicht für die beiden Kasernen und ebenfalls nicht für die Wohnstandorte Sperberstraße und Kölner Straße (zwei Mehrfamilienhäuser, acht Reihenhäuser). Die BIMA prüfe die Selbstvermarktung der Wohnstandorte Johann-Sebastian-Bach-Straße, Königsberger Straße, Am Niederfeld, Lipper Hellweg und Am Dreierfeld.

Für die 48 Wohnungen in 44 Reihenhäusern und vier Doppelhaushälften an der Sperberstraße lege der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Land Nordrhein-Westfalen den Kaufpreis fest. Die BIMA verlange für die Sperberstraßen-Häuser sechs Millionen Euro. Die BGW, so Catrin Hedwig, prüfe nach der Festlegung des Preises durch den Gutachterausschuss dann die Übernahme. Gemäß der von der Politik beschlossenen Rahmenplanung würden die Häuser abgerissen und stattdessen 85 Wohneinheiten gebaut – 71 davon in Mehrfamilienhäusern, 14 in Reihenhäusern.

»Die Neubauten sind schnell realisierbar.«

Die Bauamtsleiterin sagt, zum einen gehe es darum, mehr Wohnungen auf dem Grundstück Sperberstraße zu schaffen. Zum anderen sei der Standard der bereits lange leer stehenden Briten-Häuser niedrig. Die Häuser mit einer Wohnfläche von jeweils 70 bis 80 Quadratmeter seien »sehr klein«. »Dort soll der Umgebung angemessen verdichtet werden«, sagt Catrin Hedwig.

Die BGW befinde sich in der Prüfphase. Es könne noch zu Anpassungen in der Planung kommen. Vorteil, so Catrin Hedwig: »Die Neubauten sind schnell realisierbar.« An den Neubauplänen hatte es immer wieder Kritik gegeben: So hatte die Bielefelder Initiative für sozial-ökologische Stadtentwicklung, aber auch die Linke, darauf gedrängt, die leer stehenden Häuser, die sich in einem guten Zustand befänden, zu vermieten, um schnell Wohnraum zu schaffen.

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