Fridays-for-Future-Aktivisten legen Neun-Punkte-Plan vor – Thema an diesem Dienstag im Bürgerausschuss
Jugendliche: Rat soll Klimanotstand erklären

Bielefeld  (WB). Geht es nach den Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung, dann erklärt der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung an diesem Donnerstag den Klimanotstand für Bielefeld. Bei Oberbürgermeister Pit Clausen haben sie eine entsprechende Anregung eingereicht. Ob die Politik das Thema im Wege der Dringlichkeit aber überhaupt auf die Tagesordnung nehmen wird, ist noch offen.

Dienstag, 09.07.2019, 07:00 Uhr
Die Fridays-for-Future-Aktivisten (von links) Lea Büllesbach, Darius Kosmützky, Toby Warkentin, Hanna Hönicke, Franz Enders, David Nalimov, Pascal Wenzel und Benjamin Angermann wollen den Klimanotstand im Rat diskutiert wissen. Foto: Bernhard Pierel

Am Montag machten die Jugendlichen nochmals darauf aufmerksam, wie ernst ihnen die Angelegenheit ist. »Es ist bereits fünf nach zwölf«, sagte Toby Warkentin. Und David Nalimov ergänzte: »Wir machen das nicht aus Spaß, sondern weil wir Angst haben, dass unsere Zukunft nicht mehr lebenswert ist.«

Erklärt der Rat, wie andere deutsche Städte inzwischen auch, den Klimanotstand , erkennt er nach der geläufigen Definition an, dass es eine Klimakrise gibt und die bislang ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen, sie zu bekämpfen. Darius Kosmützky ist es wichtig zu betonen, dass Bielefeld in Sachen Klimaschutz nicht untätig gewesen sei, doch das reiche nicht aus. »Alle Maßnahmen, dem menschengemachten Klimawandel entgegen zu wirken, haben bisher keinen Erfolg gezeigt«, heißt es in der Begründung von Fridays for Future .

Acht konkrete Punkte

Der reinen Forderung nach der Erklärung des Klimanotstandes lassen die jungen Leute acht konkrete Punkte folgen. Das in Bielefeld bestehende Handlungsprogramm Klimaschutz , wonach die CO2-Emission bis 2030 um 55 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent reduziert werden soll, solle auf eine hundertprozentige Reduzierung bis 2035 korrigiert werden. Einen »vordringlichen Handlungsbedarf« soll der Rat in Sachen Mobilitätswende, Ausbau erneuerbarer Energien und Schaffung energieeffizienter Gebäude und Quartiere anerkennen.

Bei den Bürgern soll der Rat das Bewusstsein erhöhen, durch eigenes Handeln zum Klimaschutz beitragen zu können. Bei jeglichen politischen Entscheidungen sollen die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigt werden. Ein Stadtklimarat soll eingeführt werden. Stadtwerke und Sparkasse sollen zu klimafreundlichen Investitionen aufgefordert werden. Andere Kommunen sollen dem Beispiel Bielefelds folgen und die Bundesregierung soll aufgefordert werden, ein Klimaschutzgesetz nach dem Pariser Abkommen zu verabschieden.

Unterstützung erfahren die Aktivisten bislang von Grünen und Linken. Ein erstes Stimmungsbild wird für die Sitzung des Bürgerausschusses an diesem Dienstag (17 Uhr, Altes Rathaus) erwartet.

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