Seebrücke-Aktivisten fordern legale Fluchtwege – Solidarität mit Kapitänin Rackete
Bielefeld soll »sicherer Hafen« werden

Bielefeld (WB/sas). Kapitänin Carola Rackete, die ihr Schiff Sea-Watch 3 gegen den Willen der italienischen Regierung in den Hafen von Lampedusa gesteuert habe, habe das Richtige getan: Leben gerettet, Haltung bewiesen und Menschenrechte verteidigt, sagen die Aktivisten der Seebrücke Bielefeld.

Montag, 08.07.2019, 07:47 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 17:08 Uhr
»Umdenken« fordern (unten, von links) Jens Drüke, Robin und Sascha sowie (oben, von links) Anne, Brix Tramsen, Lea Herr und Jess. Foto: Sabine Schulze

Deswegen hatten sie für Samstag zu einer Solidaritäts-Kundgebung auf dem Jahnplatz mit Umzug durch die Stadt aufgerufen. »Aber es geht uns auch um mehr: Wir wollen sichere und legale Fluchtwege«, sagt Brix Tramsen.

Ein konkretes kurzfristiges Ziel der Seebrücke ist der Beitritt Bielefelds zu dem Bündnis »Städte Sicherer Häfen«, dem ein Dutzend Städte bereits beigetreten seien. »Wir wissen, dass es Gegenwind gibt; um so wichtiger ist, sich dem Bündnis anzuschließen und gemeinsam und gestärkt gegenüber der Regierung aufzutreten«, sagt Tramsen. Michael Gugat von den Piraten hat am Samstag angekündigt, einen entsprechenden Antrag in die Ratssitzung am kommenden Donnerstag einzubringen.

Etwa 500 Menschen waren nach Schätzungen der Polizei dem Aufruf der Seebrücke gefolgt , Solidarität mit Rackete und Flüchtlingen zu zeigen und den Notstand der Menschlichkeit auszurufen. »Machtworte an die Politik«, so ein Redner, sollten gesprochen werden. Flüchtlinge, hieß es, seien in diesem Land nicht mehr willkommen, das Asylrecht sei verschärft worden, und dafür müssten Menschen auf der Flucht mit ihrem Leben bezahlen. Tramsen forderte einen Bewusstseinswandel und die Abkehr von der »Kultur des Abschottens«. Sie verlas stellvertretend für viele die Namen gestorbener Flüchtlinge, nannte Tag und Ort ihres Todes und forderte zu einer Schweigeminute auf. Für einen Moment herrschte auf dem Jahnplatz völlige Ruhe.

Ein Banner mit dem Schriftzug »Schafft sichere Häfen« hing auch vom Sparrenburg-Turm.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6761096?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Vereinzelt illegale Corona-Atteste
Symbolbild. Wo eine Maskenpflicht gilt, kann der jeweilige Hausherr entscheiden, ob er Atteste zur Maskenbefreiung anerkennt. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker