Veranstaltungen auch in Bielefeld und Detmold
Tausende demonstrieren für Seenotrettung

Düsseldorf (epd). Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in 18 nordrhein-westfälischen 18 Städten gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter verliefen die Kundgebungen, Mahnwachen und Aktionen unter dem Motto »Notstand der Menschlichkeit« friedlich. Die Polizei machte zunächst keine genaueren Angaben über Zahlen. Bundesweit gab es mehr als 90 Demonstrationen und Aktionen der internationalen Bewegung »Seebrücke«.

Samstag, 06.07.2019, 15:28 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 16:02 Uhr
Die von der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye herausgegebene Aufnahme zeigt einen Seenotretter, der zu einem Flüchtlingsboot schaut. Nach dem Drama um das Rettungsschiff »Sea-Watch 3« hat nun eine andere deutsche Hilfsorganisation Migranten vor Libyen mit ihrem Schiff aufgenommen. Die »Alan Kurdi« habe 65 Menschen in internationalen Gewässern auf einem überladenem Schlauchboot vor Libyen entdeckt und gerettet, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye am Freitag mit. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa

In NRW fanden Kundgebungen unter anderem in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Detmold, Dinslaken, Dortmund, Düren, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Leichlingen, Lennestadt, Münster, Oberhausen, Köln und Wuppertal statt. In Bielefeld nahmen etwa 700 Menschen teil. »Es ist Zeit zu zeigen, dass Bielefeld ein sicherer Hafen ist«, hieß es auf Transparenten. In Detmold forderten die rund 400 Demonstranten: »Stoppt das Sterben im Mittelmeer.« In Bochum fand eine Wander-Mahnwache statt.

Die Teilnehmer erklärten, die Seenotretter der in Italien zeitweilig unter Hausarrest gestellten  »Sea-Watch-3«-Kapitänin Carola Rackete hätten »Haltung bewahrt und Menschenrechte verteidigt«. In Köln nahmen einige hundert Menschen an einer Protestaktion vor dem italienischen Generalkonsulat teil. Dort hieß es unter anderem: »Baut Brücken statt Mauern« und »Solidarität mit Menschen auf der Flucht, die Schiffbruch erleiden«.

Um 16 Uhr sollte eine Demonstration in der Landeshauptstadt Düsseldorf starten. Die Odyssee der »Sea-Watch 3«, die nirgendwo einlaufen durfte, um vor dem Ertrinken gerettete Menschen an Land zu bringen, sei nur ein aktuelles Beispiel für »eine skandalöse Politik des Wegschauens seitens der europäischen Staaten«, erklärte der Flüchtlingsrat NRW und forderte sichere Fluchtwege. Nach Angaben der Initiative »Seebrücke« ertrinkt jede sechste Person während des Fluchtversuchs über das Mittelmeer.

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