50 Jahre Städtepartnerschaft: Vespafreunde Senne starten Tour de jumelage nach Concarneau
1400 Kilometer für die Freundschaft

Bielefeld (WB). Für manchen ist es ein Wiedersehen nach Jahrzehnten. »Ich kann mich noch gut an die kleinen Lokale in der Ville Close erinnern«, schwärmt Wolfgang »Schiko« Schikorra von der Altstadt. Der 64-Jährige besuchte zuletzt vor 32 Jahren die französische Partnerstadt Concarneau und ist einer von neun Vespafreunden, die jetzt das Jubiläum der Städtepartnerschaft ganz besonders feiern wollen: mit einer Tour de jumelage.

Sonntag, 07.07.2019, 08:00 Uhr
Freundschaftstour mit neun Vespas und einer Ente: Die Vespafreunde Senne starten eine Tour de jumelage zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Senne und dem bretonischen Concarneau. Mit dabei sind (von links) Kerstin Zanghi, Regine Rusche, Kurt Rusche, Uli Horaczek (auf dem Foto mit Enkelin Liva), Christian und Andrea Rupprecht, Dietmar Holzenbecher, Ute und Wolfgang Schikorra, Petra und Stephan Wecke, Andreas und Andrea Kimpel sowie Daniela Walljasper. Foto: Kerstin Sewöster

Für diese Partnerschaftstour legen sie mehr als 1400 Kilometer auf ihren Zweirädern zurück – und das ist nur der Hinweg. »Wir fahren im Konvoi, das ist schon eine besondere Herausforderung. Wenn wir auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern kommen, bin ich happy«, meint Andreas Kimpel, Präsident der 2016 gegründeten Clubs Vespafreunde Senne.

Zum Fest der blauen Netze

Der 58-Jährige hat die gesamte Tour organisiert und ist selbst ein großer Fan der französischen Partnerstadt am Meer. Zur Hochzeit der Partnerschaft, als die Senner gleich mit mehreren Reisebussen zu Austauschfahrten nach Frankreich aufgebrochen waren, war er acht Jahre lang als Jugendbetreuer dabei. Kimpel hat Freunde in Concarneau und sogar ein Patenkind.

Wenn er mit den anderen Vespa­fans in der Bretagne weilt, wird er jedoch kaum Zeit haben, seine bretonischen Freunde zu sehen, denn er hat ein Kulturprogramm ausgearbeitet, das unter anderem einen Besuch der Glénan-Inseln vorsieht, und natürlich fehlen die Senner auch nicht beim Festival des Filets bleues, dem Fest der blauen Netze, das ganz Concarneau jedes Jahr im August feiert.

Dreh- und Angelpunkt bei den Vespafreunden ist natürlich der Kult-Roller. Doch Kimpel und seinen Mitstreitern geht es um mehr. »Wenn man sich bewegt, kann man etwas bewegen«, heißt das Motto. Dinge anstoßen wollen die Vereinsmitglieder in Sachen Kultur, Sport, Völkerverständigung und im sozialen Bereich. Und auch der Städtepartnerschaft wollen sie frischen Wind geben, denn früher hätten viel mehr Vereine die Partnerschaft mitgetragen

Die Vespa ist dabei eigentlich nur Mittel zum Zweck – und macht zugleich großen Spaß, ist laut Kimpel ein Lebensgefühl und steht für Entschleunigung.

Letzteres wird wörtlich genommen. Bewusst wird bei der Reiseroutenplanung das Autobahnnetz außen vor gelassen, und die Vespas rollen vornehmlich über Landstraßen. »Es geht uns um die Begegnung«, meint Andreas Kimpel. Dass die Vespas echte Sympathieträger sind und helfen, mit anderen ins Gespräch zu kommen, hat er bereits bei einer ersten Tour erfahren: Schon 2017 waren er und Kurt Rusche mit ihren Rollern nach Concarneau aufgebrochen, um beim Fest der blauen Netze dabei zu sein. »In Saumur hat man uns sogar im Rathaus empfangen«, erinnert sich der 58-jährige Präsident gerne zurück. Bei der aktuellen Tour dürften die Herzen der Franzosen noch etwas schneller gewonnen werden: Der Senner Künstler Uli Horaczek, der gerade im Vereinsheim an der Buschkampstraße, dem Vespadrom, ausstellt, schließt sich dem Konvoi nach Concarneau an – mit einem alten Citroën.

Trainingstour ins Bergische Land

Auch bei der diesjährigen Tour dürfte es zu einer Reihe schöner Begegnungen kommen. Bis es soweit ist, müssen die neun Rollerfahrer noch trainieren. »Um diese Strecke zu bewältigen, braucht es Disziplin, Fitness und Konzentration«, meint Kimpel. Einen kleinen Vorgeschmack auf diverse Stunden auf dem Roller bekommen die Fahrer in Kürze bei einer Trainingstour ins Bergische Land. Kimpel selbst braucht eigentlich kein Training mehr, war er doch gerade im Juni bei den World Vespa Days am Plattensee in Ungarn sowie bei den Vespa Alp Days in Zell am See.

Durchhaltevermögen beweist bei diesen Touren auch Ehefrau Andrea Kimpel, die als Sozia mitfährt. Nicht alle Ehepartner sind so ausdauernd. Sie folgen dem Konvoi im Auto oder Wohnwagen.

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