Teichsheide: BGW baut Flüchtlingsunterkunft um
Ein Zuhause für Wohnungslose

Bielefeld (WB). Ehemalige Wohnungslose können jetzt längerfristig in neuen Räumen leben: In einem Mehrfamilienhaus an der Teichsheide 12 bis 16 entstanden elf Appartements für diese Gruppe.

Samstag, 06.07.2019, 09:00 Uhr
Aus der Flüchtlingsunterkunft wurden elf Appartements für ehemals Wohnungslose und zwölf frei vermietete Wohnungen. Sozialdezernent Ingo Nürnberger, Oliver Klingelberg und Sabine Kubitza (beide BGW) und Klaus Puschmann (GfS, von links) begutachten das Objekt. Foto: Volker Zeiger

Ermöglicht wurde die Neuerung durch die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen (BGW) als Eigentümer der in den 1950er Jahren erbauten Immobilie sowie der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS). Das Haus diente früher Spätaussiedlern als Unterkunft, zuletzt lebten hier geflüchtete Menschen, die schließlich eigene Wohnungen fanden. Die Flüchtlingsunterkunft mit 121 Plätzen wurde wegen fallender Zuweisungszahlen an Flüchtlingen nach Bielefeld geschlossen und vom Sommer 2018 an grundlegend saniert.

Verteilt auf zwei Eingänge sind zwölf neue Drei- und Vierzimmerwohnungen mit Flächen zwischen 68 und 78 Quadratmetern entstanden, sie wurden frei vermietet. »Alle weisen aufgrund der umfassenden Modernisierung nahezu Neubaustandard auf«, betonte BGW-Chefin Sabine Kubitza am Donnerstag bei einer Besichtigung, an der auch Sozialdezernent Ingo Nürnberger teilnahm.

Für die bautechnische Umsetzung war das Architekturbüro Andreas Pisarsky zuständig, die Idee für die auffällige Fassadengestaltung hatte Petra Breuer. Das Unternehmen investierte nach Angaben von Oliver Klingelberg (BGW-Sozialmanagement) zwei Millionen Euro in den Umbau.

Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernimmt Betruungskosten

Im dritten Gebäudeteil (Hausnummer 16) sind nach der Sanierung elf Appartements mit Wohnflächen zwischen 22 und 39 Quadratmeter vorhanden. Die Wohnungen wurden an die GfS vermietet, die hier das Konzept »Wohnräume plus« umsetzt, wie Klaus Puschmann (geschäftsführender Vorstand) erklärte. Einziehen durften zu Beginn des vergangenen Monats Menschen, die »aufgrund komplexer Problemlagen von Wohnungslosigkeit bedroht sind« oder gar keine feste Bleibe haben.

Die Betreuungskosten werden vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernommen, die Mieten für die elf Bewohner zahlt die Stadt Bielefeld. Die neuen Bewohner haben ein reguläres Mietverhältnis, gestalten ihre Räume nach eigenen Vorstellungen. Ihnen steht auch ein Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile zur Verfügung. Notwendige Anschaffungen für Wohnungen sowie für das Büro im Haus und den Aufenthaltsraum konnten mit einem Betrag von 28.448 Euro durch die Deutsche Postcode Lotterie finanziert werden.

Vier Sozialarbeiter der GfS stehen als Betreuer zur Verfügung, Rat und Hilfe bekommen die Mieter täglich von 7.30 Uhr bis Mitternacht, danach ist eine Telefonbereitschaft vorhanden. Nach Angaben der GfS ist es Ziel des hier angewandten Konzeptes, die Selbstbestimmung der Mieter zu fördern, sie gesundheitlich zu stärken, zu beraten und mit ihnen Perspektiven zu entwickeln. Für gut befindet das Bielefelds Sozialdezernent Ingo Nürnberger. An der Teichsheide sei dringend benötigter Wohnraum geschaffen worden – für Menschen, die sonst auf der Straße leben müssten, sagte er. Den ehemals Wohnungslosen werde langfristig eine Wohnperspektive gegeben.

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