Neues System wurde sorgfältiger angebracht – 25 Tiere umgesiedelt
Taubenabwehr: Tierschützer sind zufrieden

Bielefeld (WB/hw). Mit Skepsis und Bedenken hatten Helmut Tiekötter und die Ehrenamtlichen des Tierschutzvereins die Installation eines Taubenabwehrsystems an der Bahnüberführung Mindener Straße in der Innenstadt beobachtet. »Aber insgesamt ist die Sache ganz gut gelaufen«, berichtet Tiekötter. Der Wunsch der Taubenfreunde, dass die Bahn aus den schlechten Erfahrungen an gleicher Stelle gelernt hatte, ist also in Erfüllung gegangen.

Freitag, 05.07.2019, 08:00 Uhr
Die letzten Handgriffe: Ein Arbeiter montiert die Netze an der Bahnbrücke Mindener Straße. Foto: Markus Poch

Einzig beim Material hätte sich Tiekötter eine andere Wahl gewünscht. Wie berichtet plädierten die Tierschützer dafür, statt der bisher eingesetzten Netze einen steiferen Draht zu verwenden. Mit dem wäre die Montage allerdings deutlich aufwendiger geworden. Seit Montag wurden die gleichen Netze wie 2015 an den Stahlträgern montiert.

Die Gefahr, dass sich Tiere in ihnen verfangen könnten, sei laut Tiekötter dennoch wesentlich geringer als bei der ersten Installation des Taubenabwehrsystems vor vier Jahren. »Es wurde jetzt deutlich sorgfältiger gearbeitet.« Denn einmal ordentlich verhangen und unzugänglich gemacht, würden die Tauben keine Versuche unternehmen, wieder auf die Stahlträger zu gelangen.

25 Tauben mussten umgesiedelt werden

»Wichtig ist nur, dass es in den Netzen keine Schlupflöcher gibt und auch die Kanten und Enden der Brücke sorgfältig abgedeckt sind.« Das sei allem Anschein nach gewährleistet. In der Vergangenheit waren immer wieder Tiere in den Netzen hängen geblieben und später verendet.

Auch der Austausch mit der von der Deutschen Bahn beauftragten Firma sei gut gelaufen. Sechs ehren- und drei hauptamtliche Kräfte des Tierheims und der Stadttauben-Gruppe waren bei der Installation des Abwehrsystems zwischen Arndtstraße und Elsa-Brändström-Straße dabei. Sie nahmen die Tauben, die von den Stahlträgern entfernt und umgesiedelt werden mussten, in Empfang. Mit einem eigens eingerichteten Fahrdienst ging es für die Tiere dann ins Tierheim, wo sie weiter aufgezogen und später ausgewildert werden sollen.

Die Tiere wurden danach auch auf andere Auffangstellen verteilt. »Das hat wirklich gut funktioniert. Auch wenn aktuell noch immer neue Tiere von der Brücke ins Tierheim gebracht werden, sind es jetzt deutlich weniger als 2015«, sagt Tiekötter, der von etwa 25 betroffenen Tauben spricht. Für ein Jungtier kam die Hilfe der Tierschützer allerdings zu spät: Es war bereits zu stark ausgekühlt und starb im Tierheim.

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