Dr. Wolff-Gruppe ist mit Alpecin seit 70 Jahren Förderer des Radsports
Bielefelds Markenboschafter mit rotem Logo

Bielefeld (WB). Ob Eddy Merckx sein kräftiges Haupthaar mit dem Haarwasser aus Bielefeld massiert hat, ist nicht überliefert. Fest steht: Die Tour de France feiert in diesem Jahr den 50. Jahrestag des ersten Toursieg des Belgiers Merckx. Und Alpecin ist seit 70 Jahren als Radsport-Sponsor mit dabei.

Samstag, 06.07.2019, 13:00 Uhr
Mit dem Friseur-Camper zur Tour: Der New Yorker Bike-Figaro Julien Howard macht Radprofi Alex Dowsett (rechts) startklar. Die Bielefelder haben ihren Demo-Salon in Erinnerung an den Start 1949 wieder in einen Camper gebaut. Dieses Mal aber einen US-Edelwohnwagen.

Was haben Männer in kratzenden Wolltrikots auf vergilbten Schwarzweiß-Fotos und vielversprechende deutsche Jungstars wie Nils Politt oder Rick Zabel gemeinsam? Alle tragen das Alpecin-Logo auf der Brust – und werben. Damals für die boomende Fahrradstadt Bielefeld. Heute um so mehr für die Dr. Wolff-Gruppe, die mit Produkten in 62 Ländern erfolgreich ist und aktuell zum Tourstart in Brüssel an die Sponsor-Anfänge erinnert.

Sport ist Markenbotschafter

Seit exakt 70 Jahren gehört Alpecin zum Radsport. Die Bielefelder Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG ist einer der ältesten Radsportsponsoren. Bevor der Sponsorbegriff überhaupt formuliert war, hatte Dr. Kurt Wolff bereits gehandelt. Alles begann 1949. Mit dem vitalisierenden Haarwasser mit seinen belebenden Inhaltsstoffen, die Pfleger den Fahrern per Kopfmassage verabreichten. Fotos des runden Wohnwagens von 1949 erzählen davon.

Die Anfänge: Bei der Deutschland-Tour Anfang der 1950er Jahre nutzte der Sportdienst der Bielefelder schon einen Wohnwagen.

Kurt Wolff, dem Sohn des Firmengründers Dr. August Wolff, war die Bedeutung des Sports als Vermittler zwischen Produkt und Publikum sehr wohl bewusst. Man warb als Familienunternehmen auf Linienbussen in Berlin oder Radrennbahnen wie in Frankfurt, wenn Großereignisse anstanden.

Eduard R. Dörrenberg, heute geschäftsführender Gesellschafter der Wolff-Gruppe, steht da in bester Tradition seines Großvaters. Kurt Wolff war Präsident von Arminia Bielefeld. Kurt Wolff war aber auch der maßgebliche Bielefelder, der in den boomenden Fahrradzeiten dieser Stadt große Geldbeträge in die Hand nahm und sprichwörtlich etwas bewegte.

Damals im Radsport vor 70 Jahren trug man noch nicht das imposante rote Alpecin-Logo auf dem Trikot, wie es Politt oder Zabel im Profi-Team Katusha-Alpecin heute tun. Damals trug man dezente Stickerei auf der schwarzen Hose oder klein auf der Brust. Die Aushängeschilder des deutschen Radsports waren aber damals schon Werbebotschafter der Bielefelder.

Eigener Profirennstall

Der 18-fache Deutsche Meister Hennes Junkermann aus Köln gehört dazu, der mehrfache Straßenmeister Peter Glemser und Bergfloh Karl-Heinz Kunde.

Mehr noch: Während das »Team Alpecin« heute über Breitensport, Nachwuchsförderung, soziale Medien und auch ein eigenes »Cycling-Portal« seine Plattform permanent nach vorn entwickelt, mit Jörg Ludewig einen Ex-Profi als Sportlichen Leiter und Mann für das Sportmarketing in seinen Reihen hat, gab es zu Kurt Wolffs Zeiten bereits ein ähnlich eindrucksvolles Gebilde wie das heutige Katusha-Alpecin-Team.

Damals hieß der eigene Rennstall »Batavus-Continental-Alcina«. Er ist legendär wie das Massagezelt, in dem gestresste Pedalritter nicht nur die Muskeln gelockert, sondern auch den Kopf mit Alpecin frei massiert bekamen, und gehörte von 1969 bis 1971 zu den erfolgreichsten Profiteams. Ach ja, die Herren fuhren damals bei Großereignissen wie der Deutschland-Fahrt selbstverständlich Räder aus Bielefeld. Typen von Dürkopp, Kalkühler und Rabeneick waren begehrt. Auf der Straße ebenso wie auf der Radrennbahn. In den 1980er Jahren war das rote Logo bei Weltmeisterschaften, Rundfahrten oder Olympia unterwegs. Heute fährt man Canyon.

Ins Trainingslager nach Südtirol wie das Team Alpecin mit Jörg Ludewig mussten die Pedalritter zu Zeiten von Eduard Dörrenbergs Großvater übrigens nicht. Kurt Wolff als entschlossener Macher baute ein Gästehaus in Augustdorf samt eigener Radrennbahn. Sein Sportlicher Leiter damals 1969 bis 1971 war ebenfalls ein Bielefelder Radsportass: Günther Pankoke war in den 1950er Jahren selbst erfolgreich unterwegs gewesen, als man zu Fernfahrten sogar mit dem Rennrad anreiste.

Und wieder ein Wohnwagen

Seit zehn Jahren gibt es Jedermann-Teams, in denen sich begeisterte Rennradfahrer ihren persönlichen Traum von einem Jahr mit Profiausstattung und ehrgeizigen Zielen erfüllen können. Seit 2015 ist Alpecin bei Radrennen der World-Tour prominent vertreten, feierte schon Siege bei Tour-Etappen oder Eintagesklassikern.

Sportlich geht der Blick 2019 bei Alpecin auf Nils Politt. Aber die Sache mit dem Wohnwagen ist auch wieder aktuell. Als Hommage an das Jahr 1949 haben die Bielefelder zur Tour eigens einen Barber-Caravan bauen lassen. Der Silberling mit Friseurstuhl steht schon am Tourstart.

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