Brackweder Bahnhof: Veränderung an letztem Gleiskörper abgelehnt
Der Gefahrenherd bleibt

Bielefeld (WB). Ungesicherte Bahngleise zu überqueren, ist immer gefährlich und niemals ratsam. Doch eine Abkürzung von wenigen Schritten über die Gleise lockt verführerisch, wenn die Streckenalternative mehr als einen Kilometer lang ist. Diese Situation herrscht neuerdings am Brackweder Bahnhof und soll auch nicht entschärft werden.

Donnerstag, 04.07.2019, 16:00 Uhr
Überqueren gefährlich und verboten: An dieser Stelle, Brackweder Bahnhof, Gleis sechs, verleitet ein aufgepolsterter Übergang (Bildmitte) zur Abkürzung nach Quelle. Die Brackweder FDP prangert den Missstand an, die Fachverwaltung will daran aber nichts ändern.

Wie das WESTFALEN-BLATT bereits berichtete, endet die große Behelfsbrücke, die in der Sanierungsphase bis Ende 2020 den gesperrten Bahnhofstunnel zu den Gleisen ersetzt, vor dem letzten Gleiskörper. Wer also am Brackweder Bahnhof ankommt und zu Fuß weiter nach Quelle will, kürzt entweder gefährlich und illegal über das letzte Gleis zur Straße »Zu den Lutterquellen« ab, oder er läuft den genannten langen Umweg über Gütersloher und Osnabrücker Straße.

Dass an dieser Situation etwas verändert werden muss, war Rainer Seifert (FDP Brackwede) sofort klar; zumal das Gleisbett an der besagten Stelle noch extra und verlockend aufgepolstert worden ist. Vermutlich soll Bahnmitarbeitern oder Bauarbeitern die dem Normalbürger verbotene Abkürzung damit erleichtert werden. Um zu erfahren, ob am Bahngleis Nummer sechs irgend eine Veränderung geplant ist, die den Menschen an der gefährlichen Querung der Gleise hindert, richtete Seifert eine Einwohneranfrage an die Fachverwaltung.

»Dass da jetzt gar nichts gemacht wird, finde ich beschämend«

Die Antwort darauf teilte Bezirksamtsleiter Hans-Georg Hellermann jetzt der Brackweder Bezirksvertretung mit. Sie fällt abschlägig aus. Die Stadt plant dort keinerlei Veränderung. In ihrer kurzen Stellungnahme führt die Fachverwaltung aus, dass eine Verlängerung der hölzernen Behelfsbrücke vor allem aus zwei Gründen nicht infrage käme: erstens wegen des geschätzten Kostenvolumens für Planung und Bau von 200.000 Euro, die im aktuellen Haushaltsplan nicht festgesetzt worden seien; zweitens wegen der ergänzenden Planung des Eisenbahn-Bundesamtes, die wohl unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch genommen hätte.

»Dass da jetzt gar nichts gemacht wird, finde ich beschämend«, beurteilt Rainer Seifert die Reaktion der Fachverwaltung. Er habe allgemein nach geplanten Veränderungen gefragt, nicht ausschließlich nach einer möglichen Verlängerung der Behelfsbrücke. Zum Beispiel wäre es seiner Ansicht nach leicht möglich, ein Überqueren der Gleise mit einer großflächigen Absperrung derselben zu verhindern. Doch mit preiswerten und leicht zu realisierenden Maßnahmen, die dem Bahnkunden zwar die Abkürzungsmöglichkeit nehmen, aber dafür mehr Sicherheit geben, hatte sich die Bielefelder Fachverwaltung offenbar gar nicht auseinander gesetzt.

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