»Wir stehen für die Mobilitätswende« – 2018 erstmals mehr als 60 Millionen Fahrgäste
Die Zukunftspläne von Mobiel

Bielefeld (WB). 60,1 Millionen Menschen sind mit den Verkehrsbetrieben Mobiel im vergangenen Jahr Stadtbahn oder Bus gefahren. Damit hat das Unternehmen seit Inbetriebnahme der Stadtbahn 1991 eine »Schallmauer« durchbrochen.

Mittwoch, 03.07.2019, 11:30 Uhr

»Wir stehen für die Mobilitätswende«, betont Mobiel-Geschäftsführer Martin Uekmann. Und das soll sich in der Zukunft nicht nur in Linien-Erweiterungen zeigen. Das Unternehmen will zu einem Mobilitätspartner werden, die klassische Haltestelle wird zu einer »Mobiltätsdrehscheibe«.

So formuliert es Cornelia Christian, Leiterin des Kundenmanagements bei Mobiel. Der klassische Linienverkehr soll mit Anforderungs-Angeboten (On-demand-Verkehr), Verleihangeboten für Autos, Räder und Roller verknüpft, Ladesäulen für E-Autos vorgehalten werden. »An unserer Endstation in Sieker haben wir schon ein solches Deluxe-Angebot«, findet Christian und kann sich Ähnliches an anderen Endstationen oder zentralen Umsteigepunkten in der Stadt vorstellen.

»Neue Kundenzugänge« sind Mobiel wichtig. Das im April 2018 eingeführte Clip-Ticket etwa sei ein echter Renner geworden, betont Uekmann. Bis Ende 2018 wurde es 173.177 Mal »gebucht«, bis Mai dieses Jahres aber bereits 191.030 Mal. Das 99-Cent-Einzelticket kann übers Smartphone bequem erworben werden. »Und wird gerade auch von Neukunden gern genutzt«, so Christian.

Zur schönen neuen Mobiel-Welt gehört auch der Ausbau des Stadtbahnnetzes. Bei der Verlängerung der Linie 4 bis zur Dürerstraße hofft man im kommenden Jahr auf den ersten Spatenstich, bei der Linie 1 bis Sennestadt formuliert es Uekmann diplomatisch, setzt auf »konstruktive Gespräche«, um noch bestehende Hürden auszuräumen. Die Verlängerung der Linie 2 bis Hillegossen könne »in vier bis fünf Jahren« Planungsreife erreichen, »optimistisch betrachtet«, schränkt Christian ein.

»Wir sollten Schritt für Schritt vorgehen«

Die Verbindung der Stadtbahnlinien 3 und 4 in Babenhausen-Süd im Zug der Ortsteilentwicklung Babenhausen sieht Uekmann dagegen eher etwas zurückhaltend. »Wir sollten Schritt für Schritt vorgehen«, bremst er und verweist darauf, dass die Linie 4 etwa morgens in Richtung Uni ausgelastet sei, in der Gegenrichtung aber bisher nicht. Mit anderen Worten: Sie hat noch Aufnahmekapazitäten, auch wenn im Westen neue Wohngebiete entstehen.

Und dann ist da ja auch noch das liebe Geld. In diesem Jahr werden die Stadtwerke als Mobiel-Mutter die Verluste der Verkehrsbetriebe in Höhe von 22,1 Millionen Euro noch komplett übernehmen können. 2021 soll mit diesem »Luxus«, den es kaum noch in einer anderen Stadt gibt, Schluss sein. Dann wird das Rathaus erstmals zehn Millionen zuschießen müssen, weil die Stadtwerke das Minus nicht mehr allein auffangen können.

Investitionen auf Rekordniveau

Die Investitionen bei Mobiel bewegen sich dennoch auf Rekordniveau. 42,8 Millionen waren es im vergangenen Jahr, 54 Millionen sind es in diesem. Die dicksten Brocken seien jeweils Teilzahlungen für die 24 bestellten neuen Vamos-Stadtbahnwagen, so Mobiel-Technikchef Kai-Uwe Steinbrecher. Kräftig investiert wurde und wird in die Betriebshöfe. Ein zweiter Betriebshof in Sennestadt (Kosten: 7,3 Millionen) wurde im vergangenen Jahr in Betrieb genommen. In vollem Gange ist aber auch die Umrüstung des Betriebshofes in Sieker. Dort müssen die Gleise aus den 70er Jahren erneuert und Platz für die neuen Vamos-Wagen geschaffen werden.

Bis 2020 sollen zudem nur noch Euro-VI-Busse bei Mobiel rollen. Vier nagelneue, besonders umweltfreundliche Midhybridbusse stehen schon auf dem Hof, 18 Busse sollen dieses Jahr angeschafft werden. Durch die Übernahme der BVO-Buslinie ist auch das Mobiel-Personal auf 753 Beschäftigte angewachsen. Allein 65 Fahrer wurden 2018 neue eingestellet. »Die Fahrer bleiben das Aushängeschild«, betont Uekmann.

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