Auma Obama hält flammendes Plädoyer für die Umwelt
Barack Obamas Halbschwester zu Gast in Bielefeld

Bielefeld (WB). »Es geht nicht um den Planeten. Dem ist es egal, wenn wir verhungern! Es geht darum, wie wir uns selbst retten können!« Es waren starke Worte, mit denen Dr. Auma Obama ihr Bielefelder Auditorium fesselte.

Mittwoch, 03.07.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 16:44 Uhr
Dr. Auma Obama (von links) mit OB Pit Clausen und Rainer Müller, Geschäftsführer Stadtwerke. Der Planet, so die Gastrednerin Obama, brauche den Menschen nicht. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Planeten diene indes den Menschen. Foto: Markus Poch

Die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama folgte Dienstagabend einer Einladung von Oberbürgermeister Pit Clausen und Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Müller in die Wissenswerkstadt, wo es bei der Veranstaltung »Bielefeld – for future?« um die aktuellen Herausforderungen für eine lebenswerte Zukunft ging. Wie Clausen ausführte, ist Bielefeld auf dem Weg zu einer global nachhaltigen Kommune. Richtschnur dazu sind die 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung, die nicht nur global, sondern auch lokal für alle Kommunen gelten.

17 Ziele der Vereinten Nationen

Als Gastrednerin setzte sich Auma Obama als Mitglied des Weltzukunftsrates für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit ein. In ihrem Vortrag schlug die 59-Jährige einen Bogen von der allgemeinen Verunsicherung der Menschen über die Vor- und Nachteile der Digitalisierung hin zu den europäisch-afrikanischen Beziehungen, die von Vorurteilen, Ängsten und Unkenntnis geprägt seien. Kolonialisierung und Entwicklungshilfe hätten bei den Menschen des afrikanischen Kontinents eine Opfermentalität entstehen lassen. Umgekehrt ginge in Europa die Angst vor einer Migrationsflut aus Afrika um. »Worum geht es eigentlich? Um eine zukunftsfähige Welt für alle oder um die Angst um uns selbst?«, fragte Obama.

Die 17 Ziele der Vereinten Nationen, so die Rednerin, ließen sich durch vier Maßnahmen erreichen: Abschaffung der Armut, Bildung, Gleichberechtigung und Umweltschutz.

»Armut ist bei uns keine Ausrede.«

Praktisch setzt Obama als Gründerin und Vorsitzende der Sauti Kuu (Starke Stimmen) Foundation in Kenia dieses Ziele um. Sie und ihr Team geben finanziell und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Stimme und ermöglichen ihnen ihre Potenziale zu wecken und zu stärken. Die Stiftung basiert auf dem Prinzip »Hilfe zur Selbsthilfe« und motiviert die junge Generation, ihr Schicksal mittels Bildung und in landwirtschaftlichen Projekten selbst in die Hand zu nehmen. »Armut ist bei uns keine Ausrede. Wir zeigen den jungen Leuten, dass sie wichtig und für ihr Leben selbst verantwortlich sind«, betonte die Gastrednerin.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6745537?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Die neuen Corona-Regeln in NRW
Gesundheitsminister Laumann hat am Mittwoch die neue Corona-Schutzverordnung vorgestellt. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker