Timon Cremer (22) stößt beim Klettern auf sterbliche Überreste Mallorca: Bielefelder findet Menschenknochen

Bielefeld/Port Andratx (WB). Während einer Klettertour auf Mallorca hat ein angehender Tauchlehrer aus Bielefeld einen gruseligen Fund gemacht: Timon Cremer stieß in einer Höhle auf Menschenknochen und informierte örtliche Polizeibeamte.

Von Christian Bröder
Timon Cremer und einige der Knochen, die er auf Mallorca in einer Höhle fand. Fotos: imago, Cremer
Timon Cremer und einige der Knochen, die er auf Mallorca in einer Höhle fand. Fotos: imago, Cremer

Die wollten dem 22-Jährigen zunächst nicht glauben und kamen erst, als Cremer ihnen Handyfotos zum Beweis schickte. Jetzt beschäftigen sich Archäologen mit den Gebeinen, die noch Rätsel aufgeben.

»Ich denke nicht, dass es sich um ein Verbrechen handelt. Die Decke der Höhle war voller Ruß. Ein paar Einheimische haben mir erzählt, dass es hier früher einige Leute gegeben hätte, die es als Einsiedler in die eher bergische Region verschlagen hat. Es könnte also gut sein, dass die Person dort gelebt hat«, vermutet Cremer.

Seit Anfang Juni lebt der Mann aus Bielefeld-Ummeln auf der Mittelmeerinsel, um bei seinem dreimonatigen Aufenthalt in der Tauchschule »Balear Divers« mit dem Erwerb der »Open Water Diver«-Lizenz die »erste Stufe der Professionalität als Tauchlehrer« zu erlangen. Am besagten Sonntag, 16. Juni, habe der IT-Systemkaufmann einen freien Tag in der Hafenstadt Port Andratx genossen und spontan eine Trekkingtour geplant. »Eines meiner Hobbys ist das Klettern, deshalb darf es gerne auch mal ein wenig steiniger sein«, sagt Cremer. Abseits der befestigten Pfade wollte sich der Bielefelder auf den Weg zu einem Aussichtspunkt in etwa 300 Metern Höhe machen, der den besonderen Blick auf die Bucht Cala Egos versprach.

Ein »blöder Zufall« habe dann letztlich zu dem Knochenfund geführt. Cremer stürzte beim Hangeln an einer Steilwand, fiel auf einen Kaktus und entdeckte direkt daneben unter einem umgestürzten Baum zunächst »etwas Dunkles«. Das entpuppte sich als Eingang zu einer relativ engen Höhle, die im Inneren »maximal 1,50 Meter hoch und fünf bis sechs Meter lang« war, wie der 1,91 Meter große Bielefelder erklärt.

Drinnen dann der Gruselfund: Im Schein der Handytaschenlampe stieß der Bielefelder zunächst auf etwas, das sich als menschlicher Oberschenkelknochen »einigermaßen gut identifizieren« ließ. Mit einem Ast beförderte er zudem den Teil eines Gebisses zutage. Kleidung hätte er nicht gesehen, die Knochen, die »zum Teil sehr porös wirken«, hätten auf einem Haufen gelegen, so Timon Cremer.

»Angst hatte ich nicht. Ich wollte eher wissen, wer diese Person ist und was mit ihr passiert ist. Da ich weder Forensiker noch Archäologe bin, habe ich dann die 112 gewählt und die Guardia Civil verständigt«, erklärt Cremer, für den die Kontaktaufnahme zur örtlichen Polizei nicht nur mit Verständigungsschwierigkeiten verbunden war. »Da ich nicht fließend Spanisch spreche, haben wir es mit Englisch probiert, womit der Polizeibeamte aber auch seine Mühe hatte. Er hat mir zunächst nicht geglaubt, dass ich Menschenknochen gefunden habe und sagte, ich solle ihm per WhatsApp Fotos zuschicken«, berichtet der angehende Tauchlehrer.

Mit dem Versenden der Fotos löste Timon Cremer einen umfangreichen Einsatz der Guardia Civil aus. Der Bielefelder führte die Polizei zunächst einmal zum Fundort. Die Beamten sperrten die Höhle, nahmen Spuren auf und schickten am folgenden Tag ein Spezialteam für weitere Un­tersuchungen. Mittlerweile ist das Terrain auch abgesperrt und untersucht worden. Die Knochen werden derweil noch von Archäologen inspiziert.

Nach seinem Fund hat Timon Cremer weder ein »Dankeschön« noch weitere Informationen seitens der Behörden oder der Guardia Civil erhalten. Gleichwohl wolle er sich auf dem Laufenden halten und schauen, was aus der Sache werde. Der Bielefelder ist noch bis zum 26. August auf Mallorca, ehe es für ihn zurück nach Deutschland geht. Zurück in Bielefeld wartet ein Studienplatz der Polizei Nordrhein-Westfalen auf Cremer. »Das Auswahlverfahren habe ich schon bestanden«, erklärt der Bielefelder, dem der Fund von Menschenknochen nicht erschüttert hat.

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