Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises beschäftigt sich mit künftiger Ausrichtung
Keine Einzelkämpfer in den Gemeinden

Bielefeld (WB). Was treibt Kirche um – mit dieser Frage beschäftigte sich Superintendent Christian Bald, seit acht Monaten im Amt, in seiner ersten Rede auf einer Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld.

Montag, 01.07.2019, 06:35 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 10:30 Uhr
Superintendent Christian Bald gratuliert Pfarrer Dr. Gerald Wagner zur Wahl zum »Scriba«. Foto: Kirchenkreis Bielefeld

Im Assapheum sprach er über den demografischen Wandel, den »Fachkräftemangel im pastoralen Alltag«, davon, dass die Zahl der Kirchenmitglieder zurück gehe. Bald zitierte aus einer Prognose des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, die besagt, dass die Kirchenmitglieder in Deutschland im Jahr 2060 nur noch ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen werden, dass sich der Mitglieder-Bestand im Vergleich zu heute halbieren werde.

Großes Zugehörigkeitsgefühl

Die Zahlen für den Kirchenkreis Bielefeld mit seinen 25 Gemeinden nördlich des Teutoburger Waldes (Brackwede, Senne und Sennestadt gehören zum Kirchenkreis Gütersloh) lieferte er gleich mit. Demnach ist die Zahl der Gemeindemitglieder seit 2009 von damals 107.509 auf 92.429 zurück gegangen, die Zahl der Austritte lag 2018 bei 934. Taufen gab es im vergangenen Jahr noch 591, 2009 waren es noch 778. Christian Bald: »Pfarrer stehen häufiger auf dem Friedhof als am Taufbecken.«

Dem Superintendenten waren es wichtig, deutlich zu machen, dass die Entwicklung der Zahlen »keine Folge der kirchlichen Arbeit« sei. Es gebe Faktoren, auf die die Kirche keinen Einfluss habe. Die Kirche leide nicht unter Relevanzverlust, sie sei für die Menschen Lebensorientierung, Ermutigung und gebe Vertrauen. Es gebe ein großes Zugehörigkeitsgefühl, aber: »Das mündet nicht automatisch in eine Mitgliedschaft.«

Keine Einzelkämpfer mehr

Das Konzept der Nachbarschaften habe sich bewährt, das übergemeindliche Verantwortungsbewusstsein für den kirchlichen Auftrag sei gestärkt worden: Die Versöhnungskirchengemeinde Jöllenbeck sei aus dem Zusammenschluss der vormals selbstständigen Gemeinden Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf entstanden. Zum 1. Januar 2020 würden sich die Kirchengemeinden Heepen und Oldentrup zusammenschließen. Die künftige Kirchengemeinde Altenhagen-Milse werde nach ihrer Fusion mit der Kirchengemeinde Brake einen Modellversuch starten. Für die pastoralen Aufgaben werde es jeweils eine Pfarrstelle plus eine gemeinsame Vollzeitstelle für einen Gemeindepädagogen geben. Es werde in Zukunft in den Gemeinden keine Einzelkämpfer mehr geben, so Christian Bald. Bei der Gestaltung des Gemeindelebens der Zukunft könne man sich keinen Stillstand erlauben.

Die Kreissynode wählte zudem einen Scriba (Schriftführer), das nach Superintendent und dessen Stellvertreter drittwichtigste Amt im Kirchenkreis. Gewählt wurde Pfarrer Dr. Gerald Wagner (Kirchengemeinde Milse).

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