Sennestadts Politiker lenken im Streit um die Vergabe der finanziellen Mittel ein
Zustimmung zur Stiftung Eikelmann

Bielefeld (WB). Das Erbe der Sennestädterin Mariechen Eikelmann wird Kindern und Jugendlichen in ganz Bielefeld helfen. Sennestadts Bezirksvertreter rückten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend von ihrer Forderung ab, dass die Erlöse aus dem Vermögen, das im vergangenen Jahr in eine Stiftung überführt wurde, nur zur Unterstützung von Jungen und Mädchen in Sennestadt verwendet werden sollten.

Sonntag, 30.06.2019, 11:13 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 10:16 Uhr
Ein Grabstein auf dem Alten Friedhof in Sennestadt erinnert an Mariechen Eikelmann. Foto: Kerstin Sewöster

Die Bezirksvertretung stimmte dem Papier zu, mit dem die Verwaltung – im Einvernehmen mit dem Stiftungsbeirat – den Wünschen aus Sennestadt zumindest entgegen kommt: So sollen Sennestadts Bezirksbürgermeister und seine Stellvertreterin Teil einer noch zu gründenden Begleitgruppe sein, die bei der Meinungsbildung über die Vergabe von Mitteln mitwirken sollen . Zudem soll es einen Ideenwettbewerb geben, bei dem sich Akteure der Kinder- und Jugendarbeit in Bielefeld um Stiftungsmittel bewerben können.

Vergabe von 200.000 Euro

Ebenfalls mit Mehrheit beschlossen hat die Bezirksvertretung die konkrete Vergabe von 200.000 Euro an den Verein Bielefeld United in Kooperation mit Sennestädter Schulen und Kitas, 90.000 Euro an den Verein Sterntaler zur Trauerbegleitung von Kindern und Familien sowie 15.000 Euro fürs Rolf-Wagner-Haus. Diesen Punkt wollte die CDU nicht mittragen, weil ihr ein konkretes Projekt für den Ortsteil Dalbke in der Auflistung fehlte. Sozialdezernent Ingo Nürnberger hatte da aber Bedenken, weil es in Dalbke wenig benachteiligte Kinder gebe, erste Überlegungen mit dem Zweck der Stiftung schwer zu vereinbaren seien. Man sei aber im Gespräch mit Trägern der Kinder- und Jugendarbeit. Die Mehrheit der Bezirksvertretung überstimmte denn auch die CDU.

Ursache für den anfänglichen Widerstand der Sennestädter war auch der unklare Wille von Mariechen Eikelmann, wie mit ihrem Vermögen verfahren werden solle. Markus Müller (SPD) beklagte, dass die Politiker keinen Einblick ins Testament erhalten sollten – was die Bezirksregierung ein weiteres Mal mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte ablehnte. Nürnberger beteuerte erneut, dass darin nichts stehe, außer dass ein Kinderheim gebaut werden solle. Das ist vor vielen Jahren passiert. Seitdem stehen jährlich 150.000 Euro und einmalig rund eine Million Euro als Stiftungsmittel zur Verfügung.

Im September muss noch der Jugendhilfeausschuss, der vergangene Woche bereits darüber beraten und Zustimmung signalisiert hat, abschließend über das weitere Vorgehen der Stiftung Eikelmann abstimmen.

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