Frau greift zum Fleischmesser und sticht zu, weil ihr Mann Unterhalt fordert Blutiges Scheidungsdrama vor Gericht

Bielefeld (WB). Ein seit Monaten zwischen einem Bielefelder Ehepaar geführter Scheidungskrieg endete am 7. Januar dieses Jahres gegen 17.20 Uhr an einem Zweifamilienhaus am Hartlager Weg mit einem blutigen Drama. Deswegen muss sich seit Montag eine 57-jährige Deutsche vor einem Schwurgericht des hiesigen Landgerichtes wegen versuchten Totschlags an ihrem Mann (61) verantworten.

Von Jens Heinze
Die aus der Untersuchungshaft vorgeführte Angeklagte verbirgt ihr Gesicht. Neben ihr sitzt Verteidiger Mirko Roßkamp.
Die aus der Untersuchungshaft vorgeführte Angeklagte verbirgt ihr Gesicht. Neben ihr sitzt Verteidiger Mirko Roßkamp. Foto: Jens Heinze

Der Anklage zufolge soll folgendes geschehen sein: Weil der 61-Jährige, ein deutscher Geschäftsmann, plötzlich von ihr Unterhalt forderte, soll die Frau wutentbrannt in den Hinterhofladen des Noch-Gatten gerannt sein. Mit einem Fleischmesser griff die 57-Jährige das Opfer an und brüllte dabei »Ich stech dich ab, du Schwein!«. Sie stach mit der 15 Zentimeter langen Klinge zweimal ihrem getrennt von ihr lebenden Mann (61) drei bis fünf Zentimeter tief in die linke Schulter. Ein Kunde im Geschäft des Ehemanns riss die Angreiferin vom 61-Jährigen weg, bevor die Frau erneut zustechen konnte. Kurz darauf nahmen Polizisten die 57-Jährige fest. Das Opfer kam verletzt in ein Krankenhaus. Lebensgefahr bestand allerdings nicht. Der Mann verließ bereits einen Tag später die Klinik.

»Ich wollte meinen Mann nicht töten«

»Ich wollte meinen Mann nicht töten, ich wollte ihm nur Angst machen. Normalerweise kann ich keiner Maus etwas zuleide tun«, legte die ehemalige Sparkassenangestellte über eine von ihrem Verteidiger Mirko Roßkamp verlesene Erklärung ein Geständnis vor dem Schwurgericht ab. Nach der Tat »war ich in Trance. Was ich getan hatte, wurde mir erst nach und nach bewusst«, ließ die Angeklagte mitteilen. An die von ihr von Staatsanwältin Lena Farwick vorgeworfenen Messerstiche habe sie selbst keine Erinnerung mehr. Zudem teilte Verteidiger Roßkamp mit, dass seine Mandantin inzwischen 2500 Euro Schmerzensgeld an ihren Ehemann gezahlt und sich beim Opfer der Messerattacke entschuldigt habe.

Panik vor einem neuen Leben ohne Ehemann

Panik vor einem neuen Leben ohne Ehemann, Angst vor dem Verlust des privatem Umfeldes und des gemeinsamen Hauses und das Gefühl, während der Scheidung von ihrem Mann »fertig gemacht zu werden«, hätten die 57-Jährige zum Messer greifen lassen, las der Rechtsanwalt aus der Erklärung der Angeklagten vor. Die Bielefelderin, die nach Prozesseröffnung zunächst den Anschein erweckte, sich am liebsten im großen Schwurgerichtssaal unter der Anklagebank verkriechen zu wollen, ließ über ihren Verteidiger mitteilen, dass sie sehr aufgeregt sei und Probleme habe, vor fremden Leuten frei zu reden.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Das Urteil wird im kommenden Monat erwartet.

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