Investitionen in digitale Angebote und weitere Zukäufe geplant – mit Video
Oekter hat 2,5 Milliarden Euro in der Firmenkasse

Bielefeld (WB). Nach dem Verkauf der Reederei Hamburg-Süd, die früher etwa die Hälfte des Gruppenumsatzes erwirtschaftet hat, verfügt die Dr.-Oetker-Gruppe noch immer über viel Geld. Konzernchef Albert Christmann will es in Firmenkäufe, neue Produkte und vor allem in digitalisierte Vertriebswege investieren.

Mittwoch, 19.06.2019, 04:13 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 06:00 Uhr
Unter Einbeziehung der Firmenkäufe 2018 marschiert der Umsatz der Dr. Oetker-Gruppe unter dem Führungstrio (von links) Niels Lorenz, Albert Christmann und Heino Schmidt in diesem Jahr in Richtung acht Milliarden Euro. Foto: Bernhard Pierel

Einige Übernahmen haben die Bielefelder schon getätigt. Größter Erwerb war 2018 der spanische Schaumwein-Hersteller Freixenet durch die Oetker-Tochter Henkell, der allein mehr als 500 Millionen Euro Umsatz mitbringt.

Auch wenn Innovationen wie die Schoko-Pizza nicht in jedem Jahr auf den Markt kommen, entwickelt Oetker auch weiter dort Neuheiten, wo das Unternehmen schon stark ist: aktuell bei der Pizza den kleineren Snack »Intermezzo« und eine Frische-Pizza, bei Coppenrath & Wiese neue Blechkuchen, bei Puddingpulver das Marketingkonzept »Seelenwärmer«.

Parallel entwickelt das Bielefelder Familienunternehmen neue Geschäftsmodelle. Dazu zählen etwa der Dursty-Express, der Bier an die Kundschaft zu Hause ausliefert, deine.torte.de, das individuell gestaltete Torten für besondere Anlässe vertreibt, Events wie Bake-Nights und gastronomische Angebote wie das Café Gugelhupf.

Unterm Strich erzielte die Gruppe 2018 einen Umsatz von 7,1 Milliarden Euro. Lässt man den Verkauf der Hamburg-Süd außen vor, bedeutet dies ein Plus von 15 Prozent. Ohne die Zukäufe erwirtschaftete Oetker ein Plus von 4,7 Prozent. 52,6 Prozent des Umsatzes entfallen auf Deutschland, 34,3 auf das restliche Europa.

Freixenet größter Zukauf

Trotz der Übernahmen, die Oetker schon getätigt hat, verfügt der Konzern nach Angaben von Finanzchef Heino Schmidt über ein Nettofinanzvermögen von 2,53 Milliarden Euro. Das ermögliche neben Investitionen von 425 (Vorjahr 350) Millionen weitere Zukäufe. Nach Freixenet war 2018 Wilton, der führende Anbieter von Dekor und Backformen in den USA, mit 320 Millionen Euro Umsatz zweitgrößter Zukauf.

Danach folgen Tiefkühl-Backwarenspezialist Diversi Foods mit in diesem Jahr angestrebten 153 und die Getränkekette Dursty mit 130 Millionen. Zudem wurden Coppenrath & Wiese und Moerser Frischeprodukte in die Konzernbilanz aufgenommen, aus der nur Bionade nach dem Verkauf herausfiel.

Coppenrath & Wiese ist die einzige Sparte, in der Produkte von Dr. Oetker auch unter anderen (Handels-)namen verkauft werden. Grundsätzlich schließt Christmann weitere nicht aus – »aber nur, wenn es einen Mehrwert für Verbraucher gibt«.

Von den fast 32.000 Beschäftigten im Konzern arbeiten 17.400 in der Nahrungsmittelsparte, auf die 48,5 Prozent des Gruppenumsatzes entfallen. Mit 30,5 Prozent und knapp 8000 Mitarbeitern rangiert die Biersparte auf Platz 2. Sie profitiert nach Angaben ihres Chefs Niels Lorenz auf dem deutschen Markt vom Trend zu regionalen Bieren. Stärkste nationale Marken bei Oetker sind Radeberger, Jever und Ur-Krostitzer.

Sekt/Wein/Spirituosen ist die drittgrößte Sparte. Die Lebensmittelchemie erreichte ihre Ziele nicht ganz. Auch für das Bankhaus Lampe war 2018 kein leichtes Jahr. Dagegen konnte die Hotel-Collection das Vorjahresergebnis leicht steigern. 2019 kann der Umsatz der Gruppe laut Christmann auf acht Milliarden Euro steigen.

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