Grünen fürchten weite Wege – Mobiel will schnelle Barrierefreiheit
Kritik am geplanten Wegfall der Haltestelle August-Bebel-Straße

Bielefeld (WB). Die Haltestelle »August-Bebel-Straße« der Stadtbahnlinie 2 soll nach den aktuellen Planungen von Mobiel entfallen. Die nächstgelegene Haltestelle »Teutoburger Straße« bekommt einen Hochbahnsteig und wird so barrierefrei. Die Zusammenlegung der beiden Haltepunkte sorgte in der Bezirksvertretung Mitte für Kritik aus Reihen der Grünen.

Dienstag, 18.06.2019, 05:00 Uhr
Die Haltestelle August-Bebel-Straße der Linie 2 soll entfallen, die Haltestelle Teutoburger Straße wird barrierefrei. Foto: Thomas F. Starke

Die führten an, dass für die Menschen, die unterhalb und oberhalb der Detmolder Straße wohnen, der Weg zur Stadtbahn länger werde, zumal auch auf der Linie 3 die Haltestellen »August-Schröder-Straße« und »Ravensberger Straße« zu einer Haltestelle »Marktstraße« zusammengefasst würden.

Kai-Uwe Steinbrecher, technischer Leiter bei den Verkehrsbetrieben Mobiel, sagt, dass der Hochbahnsteig »Teutoburger Straße« weiter Richtung Westen (stadteinwärts) verschoben würde. Damit würde sich der Abstand zur dann nächst gelegenen Haltestelle »Landgericht« verringern.

Abstand zwischen Haltestellen zu gering

Ziel sei es, die Detmolder Straße mit Vamos-Fahrzeugen befahren zu können, die keine aufwändigen und wartungsintensiven Trittstufen mehr benötigten, damit die Fahrgäste ein- und aussteigen können.

Werde die Haltestelle »Teutoburger Straße« auf die westliche Seite der Kreuzung verschoben, sei der Abstand zur Haltestelle »August-Bebel-Straße« zu gering, um noch sinnvoll zu sein.

Das Amt für Verkehr erklärte auf eine Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretung Mitte zur Zusammenlegung der Haltestellen, die Stadt habe deutlich gemacht, dass sie nach wie vor eine weitere, ebenfalls barrierefreie Haltestelle zwischen »Teutoburger Straße« und »Landgericht« befürworte. Deshalb würden mögliche Standortmöglichkeiten zwischen der Kreuzung Detmolder Straße/Niederwall und August-Bebel-Straße untersucht.

Jens Julkowski-Keppler, Vorsitzender der Grünen Rats-Fraktion, sagt: »Die Entfernung zwischen Haltestellen darf nicht zu groß sein, damit die Nutzung der Stadtbahn auch attraktiv bleibt.« Er sehe ein, dass es für Mobiel deutlich kostengünstiger wäre, Vamos-Züge ohne Trittstufen bestellen und einsetzen zu können, wenn alle Haltestellen barrierefrei wären.

Barrierefreie Linie 2 hat Vorrang

Er könne sich allerdings damit anfreunden, wenn zuerst der Hochbahnsteig »Teutoburger Straße« errichtet würde, um das Ziel Barrierefreiheit bis, wie gefordert, 2022 zu erreichen. Die Haltestelle »August-Bebel-Straße« würde zunächst einmal nicht mehr angefahren. Man könnte später einen Hochbahnsteig bauen und sie damit perspektivisch wieder in Betrieb nehmen.

Das kann sich auch Kai-Uwe Steinbrecher von Mobiel vorstellen. Steinbrecher: »Es ist nicht auszuschließen, dass die Haltestelle August-Bebel-Straße zu einem späteren Zeitpunkt um einen Hochbahnsteig ergänzt wird.« Vorerst, so Steinbrecher, »hat für Mobiel allerdings Vorrang, die Linie 2 so schnell wie möglich barrierefrei auszubauen.«

Die Verkehrsbetriebe würden die »Teutoburger Straße« deshalb favorisieren, weil es für den Bau eines Hochbahnsteiges dort bereits eine Planungsgrundlage mit der Stadt gebe.

Der Vorstand der Wählergemeinschaft Bürgernähe, Gerd Bobermin und Martin Schmelz, wünschen sich ebenfalls zwei Hochbahnsteige: an der Teutoburger und an der August-Bebel-Straße; sie sehen in diesem Zusammenhang auch eine Verbesserung für den Fahrradverkehr auf der Detmolder Straße.

An der Trasse der Linie 3 werden nicht nur zwei Haltestellen zur »Marktstraße« zusammengefasst, die Haltestellen Sieker-Mitte und Hartlager Weg verschmelzen zu einer einzigen barrierefreien Haltestelle.

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