Sechs Männer und eine Frau müssen sich vor dem Landgericht Hannover verantworten Falsche Polizisten wegen Abzocke von 700.000 Euro vor Gericht

Bielefeld/Hannover (dpa). Weil sie sich als Polizisten ausgegeben und alte Leute um ihr Geld gebracht haben sollen, müssen sich sechs Männer und eine Frau seit Freitag vor dem Landgericht Hannover verantworten. Die Bande soll laut Anklage von ihren Opfern insgesamt mehr als 700 000 Euro kassiert haben.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Zu den 22 angeklagten Taten kam es zwischen Mai 2017 und September 2018 im Raum Hameln, Bielefeld und Berlin. Dabei war die Masche immer dieselbe. Ein Mittäter rief die Opfer mit einer manipulierten Telefonnummer vermutlich von der Türkei aus an.

Mit erfundenen Einbrechergeschichten wurden die Senioren dazu bewegt, Geld oder Schmuck zur angeblichen Abholung durch die Polizei in der Nähe ihrer Haustüren abzulegen. Weil die Drahtzieher die Telefonnummer manipuliert hatten, wurde im Display der Opfer eine Rufnummer der örtlichen Polizei angezeigt. Ziel war es, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen.

In einem Fall ließ sich ein Mann in Hameln 40 000 Euro von seinem Konto auszahlen und hinterlegte darüber hinaus noch zwei Goldbarren zur Abholung durch die vermeintliche Polizei an seinem Hintereingang. Der Gesamtschaden allein dieses Opfers betrug 130 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft legt den sieben Angeklagten im Alter von 23 bis 33 Jahren banden- und gewerbsmäßigen Betrug zur Last. Für den Prozess sind zehn weitere Verhandlungstage bis Ende August vorgesehen.

Erst in der vergangenen Woche wurde ein Paar aus Hannover und Elmshorn vom Landgericht Bielefeld wegen Trickbetrugs an Senioren verurteilt.

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