Sechs Jahre Haft für Sextäter: Landgericht fällt Urteil nach Vergewaltigung zu Weiberfastnacht »Das Opfer hat sehr glaubwürdig seine Todesangst beschrieben«

Bielefeld/Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Bielefelder (25), der zum Weiberfastnachtskarneval in Schloß Holte-Stukenbrock eine 16-Jährige vergewaltigt hatte, muss in Gefängnis. Das Landgericht Bielefeld schickte den Mann für sechs Jahren in Haft.

Von Jens Heinze
Landgericht Bielefeld
Landgericht Bielefeld Foto: Thomas F. Starke

Außerdem muss der weitgehend geständige Angeklagte dem Opfer 20.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, hieß es bei der Urteilsverkündung der 4. Großen Jugendschutzkammer. »Vielleicht ist mit diesem Verfahren ein erster Schritt getan, dass Sie das Schreckliche verarbeiten und hinter sich lassen können«, sagte Vorsitzende Richterin Beate Schlingmann in Richtung der vergewaltigten 16-Jährigen. Die Jugendliche war Nebenklägerin im Prozess und hörte sich das Urteil im Beisein ihrer Rechtsanwältin an.

Mit der Entscheidung des Landgerichts schließt sich ein Kreis um ein Verbrechen, die das diesjährige Karnevalsgeschehen in Bielefelds Nachbargemeinde überschattet hatte: Am frühen 1. März kam es gegen 0.30 Uhr nach der Weiberfastnachtsfeier in Stukenbrock zur mehrfachen Vergewaltigung der 16-Jährigen in einem Wäldchen an der Holter Straße. Kurz darauf wurde der Täter gefasst und sitzt seitdem in U-Haft.

»Schwerwiegende Tat«

Vorsitzende Richterin Schlingmann fasste das Geschehene bei der Urteilsverkündung nochmals zusammen. Der Angeklagte, ein ehemaliger Hausmeister aus Gadderbaum, fuhr am späten Abend nach Stukenbrock, weil ihm zu Hause langweilig war. Bei der Weiberfastnacht angekommen, stellte der Mann fest, dass der Karneval fast vorbei war. Offenbar schlenderte der 25-Jährige ziellos herum, als er die 16-Jährige auf dem Heimweg sah. Er folgte dem Mädchen weit auf die Holter Straße, griff die Jugendliche plötzlich von hinten an, bedrohte sie, nahm sie in den Würgegriff und zerrte die 16-Jährige in ein Wäldchen. Dort warf der Täter das völlig verängstigte Mädchen auf den Boden und vergewaltigte die Minderjährige mehrfach. »Das Opfer litt noch Tage später unter Schmerzen im Unterleib und Blutergüssen an den Oberarmen«, sprach die Vorsitzende Richterin von einer »schwerwiegenden Tat«.

Offenkundig habe der Bielefelder die junge Frau zusätzlich demütigen wollen. Nachdem der Mann die Jugendliche missbraucht hatte, zückte er sein Klappmesser und schnitt ihr den BH ab. »Das Opfer hat sehr glaubwürdig seine Todesangst beschrieben«, sagte die Richterin. Nachdem der Täter seine Trophäe hatte, schubste er die 16-Jährige wieder auf die Straße. Ein Passant half dem Mädchen und alarmierte die Polizei. Wenig später wurde der Täter von Polizisten gefasst.

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