Strothbachwald darf nicht mehr angetastet werden – Rat beschließt Änderung des Flächennutzungsplans
Clausen macht Spedition Wahl & Co. Gesprächsangebot

Bielefeld (WB/bp). Mit der Mehrheit der Paprika-Koalition (SPD, Grüne, Bürgernähe/Piraten) und der Linken beschloss der Rat, Flächennutzungs- und Bebauungsplan so zu ändern, dass der Sennestädter Strothbachwald tatsächlich nicht mehr angetastet werden darf. Der Wald steht seit 1993 unter Naturschutz,

Freitag, 07.06.2019, 17:00 Uhr
Bei einer vorherigen Sitzung gab es bereits Proteste für den Erhalt des Strothbachwalds. Foto: Thomas F. Starke

Oberbürgermeister Pit Clausen räumte ein, dass die Stadt in der Vergangenheit Fehler gemacht habe, als sie ein Speditionsunternehmen dahingehend beraten habe, sich an der Gildemeisterstraße anzusiedeln, ohne dass es dort Erweiterungsmöglichkeiten gebe.

Clausens Angebot an die Spedition Wahl & Co., die expandieren will, aber am Standort keine Möglichkeit hat: »Wir sind gesprächsoffen für andere Standorte, wollen Perspektiven eröffnen.« Es gehe aber nicht, den Strothbachwald als Erweiterungsfläche zu roden. Umweltdezernentin Anja Ritschel erläuterte die Bedeutung des Waldes mit Bäumen, die rund 150 Jahre alt sind. Dort lebten viele heimische Tierarten, darunter auch schützenswerte wie der Kleine Abendsegler (Fledermaus) und der Schwarzspecht, die beide auf der »Roten Liste« der vom Aussterben bedrohten Arten stünden.

»Jetzt aber geben wir ein fatales Signal an die Wirtschaft.«

Für Jan Maik Schlifter (FDP) macht der Erhalt des Strothbachwaldes »wegen seiner Insellage ökologisch keinen Sinn«. Der Verlust des Waldes wäre seiner Meinung nach kompensierbar: »Jetzt aber geben wir ein fatales Signal an die Wirtschaft nach jahrelangem Hinhalten.«

Ralf Nettelstroth (CDU) nannte es »einmalig, dass man ein Industriegebiet zum Naturschutzgebiet macht«. Es gehe hier »ums Prinzip, nicht um 2,5 Hektar Wald«. Der CDU-Fraktionschef: »Bestimmen in Zukunft die Grünen, welche Gebiete sakrosankt sind?« Für Jens Julkowski-Keppler (Grüne) hat die Stadt als Eigentümerin des Waldes eine »besondere Verantwortung«.

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