Junge Union möchte Wilhelmstraße zu Fuß- und Radweg machen
Weg mit den Autos

Bielefeld (WB). Geht es nach der Jungen Union (JU) sollen die Autos aus der Wilhelmstraße verbannt werden. Stattdessen soll eine attraktive Fuß- und Radwegverbindung zwischen Kesselbrink und Jahnplatz entstehen.

Donnerstag, 06.06.2019, 10:00 Uhr
Eine Wilhelmstraße als attraktive Fuß- und Fahrradverbindung ohne Autos zwischen Kesselbrink und Jahnplatz wünscht sich die Junge Union mit (von links) Florian Grün, Tim Knopff, Katharina Kotulla, Arne Tiemann und Alexander Rüsing. Foto: Bernhard Pierel

Alexander Rüsing, stellvertretender JU-Vorsitzender und CDU-Ratsmitglied, sagt, dass die kurze Straße »keine Relevanz für den Autoverkehr« habe: Die Parkplätze rechts und links sollten wegfallen, um Raum zu schaffen für »mehr Aufenthaltsqualität. mehr Grün, Außengastronomie.«

Florian Grün (JU-Vorsitzender) ergänzt: »Die Zufahrt bis zur Tiefgarage der Volksbank sollte weiter möglich bleiben, dann aber zum Beispiel versenkbare Poller die Straße blockieren.«

An Stelle der Wilhelmstraße solle besser die Straße Kesselbrink (die Benutzung für Autofahrer ist nur bis zur Wilhelmstraße möglich) wieder durchgehend für den Verkehr frei gegeben werden: »Mit einem breiten, gut sichtbaren Überweg für Fußgänger und Radfahrer.«

»Aufwertung verdient«

Autofahrer, die jetzt in der Wilhelmstraße parken, könnten, ist Alexander Rüsing sicher, »bequem einen Stellplatz in der Tiefgarage Kesselbrink finden. Der Rundkurs, der jetzt dort gefahren wird, ist sinnlos.« Arne Tiemann, ebenfalls stellvertretender JU-Vorsitzender, findet, dass die Wilhelmstraße eine Aufwertung verdient habe.

Im Spätsommer 2018 wurde die Wilhelmstraße versuchsweise an einem Samstag für den Autoverkehr gesperrt , die Geschäfte dort funktionierten die Fahrbahn zur Fußgängerzone um: Liegestühle wurden aufgestellt, Haarschnitte angeboten, es gab Getränke und Informationen. Die Idee dazu stammt vom Zusammenschluss »KlimaNetze«, das den autofreien Tag zu einem Versuch im »Real-Labor« erklärte.

Alexander Rüsing sagt, man wolle den Antrag zur Umgestaltung der Wilhelmstraße auf dem nächsten Parteitag der CDU stellen. Ja, man wolle die Mutterpartei »ein bisschen treiben«.

Arbeitskreis Großstadt

Der Vorschlag zur Wilhelmstraße sei nur ein erster Aufschlag, die JU wolle im Arbeitskreis Großstadt des »Thinktanks Unser Bielefeld#2025« weitere Ideen entwickeln, Experten hören, die, so Arne Tiemann, »gar nicht unbedingt unserer Meinung sein müssen«. Man wolle nicht nur »im eigenen Saft braten«, sondern, so Tim Knopff, ergebnisoffen diskutieren. Und auch »junge und moderne Themen« in der CDU durchsetzen.

Das Thema Verkehrsberuhigung könnte auch an anderen Stellen in der Innenstadt zum Tragen kommen: am Emil-Groß-Platz zum Beispiel, so die JUler. Die Straßen dort, so ihre Vorstellung, sollten nur noch für Anwohner befahrbar sein. Damit wolle man den »Imponierverkehr« unterbinden. Etwas besser geworden sei es durch die Abbindung des kleinen Straßenstücks zwischen Frieden- und Mercatorstraße.

Die Mitglieder der Initiative »KlimaNetze« sprechen sogar davon, dass 30 bis 40 Straßen verkehrsberuhigt werden könnten.

»Ein bisschen so wie im Urlaub«

Florian Grün kann Vorbehalte gegen eine autofreie Wilhelmstraße nicht nachvollziehen: »Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen hier Pause machen – ein bisschen so wie im Urlaub.«

Außerdem werde die künftige »Wissenswerkstadt«, die in der ehemaligen Stadtbibliothek angesiedelt werden soll, für regen Besucherzulauf sorgen.

Auch mit dem Jahnplatz wolle sich die Junge Union im Thinktank noch beschäftigen.

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