Ihre Spur führte auch nach OWL: 2017 kauften sie Fluchtwagen in Bielefeld
Polizei sucht mit neuen Fotos nach Ex-RAF-Terroristen

Hannover/Bielefeld/Porta Westfalica (WB/dpa). Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat einen neuen Fahndungsaufruf nach dem Ex-RAF-Trio gestartet, das wegen einer Überfallserie gesucht wird und dessen Spur auch nach Ostwestfalen führte. Mit neuen, allerdings 30 Jahre alten Fotos, wollen die Fahnder den drei auf die Spur kommen.

Mittwoch, 05.06.2019, 17:42 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 17:44 Uhr
Die drei Ex-RAF-Terroristen Daniela Klette, Burkhard Garweg (kl. Foto oben) und Ernst-Volker Staub (kl. Foto unten) werden gesucht. Das LKA Niedersachsen fahndet jetzt mit neuen Fotos von der Frau. Diese sind allerdings 30 Jahre alt. Foto: LKA Niedersachsen

Ziel sei herauszufinden, wo das vor 30 Jahren abgetauchte Trio derzeit lebt oder sich zwischenzeitlich aufgehalten hat, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) am Mittwoch mit. Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991).

Neue Fotos sind mehr als 30 Jahre alt

Die Behörde veröffentliche neue, allerdings mehr als 30 Jahre alte Fotos von Daniela Klette (61). Gemeinsam mit den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub (65) und Burkhard Garweg (50) soll sie teils mit schwerer Waffengewalt vor allem in Norddeutschland Geldtransporter, Kassenbüros und Supermärkte überfallen haben. Auch von Ernst Volker Staub hattte die Polizei Jahrzehnte lang kein aktuelles Foto, ehe sie im Jahr 2017 einen Autohändler aus Ostwestfalen ermittelte. Der hatte dem Gesuchten 2016 ein Auto verkauft – und besaß eine Videoaufnahme des Kunden.

Spur führte Ermittler auch nach Bielefeld, Löhne und Porta Westfalica

Nach den Überfällen auf Supermärkte und Geldtransporte flohen die Täter in alten, unauffälligen Autos, die sie meist Monate vorher für höchstens 3000 Euro bei Händlern gekauft hatten – in fünf Fällen in Ostwestfalen-Lippe. Das Ex-RAF-Trio ist für einen Raubüberfall in Löhne verantwortlich, die Spur führte die Ermittler auch nach Bielefeld und Porta Westfalica.

Geldtransporter im Juni 2016 in Bremen überfallen

Nach Jahrzehnten im Untergrund gerieten die drei Linksterroristen nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Juni 2016 in Stuhr bei Bremen wieder ins Visier der Polizei. Von den dreien wurden nach der Tat Fingerabdrücke gefunden. Gefahndet wurde im Anschluss in Norddeutschland, den Niederlanden, wohin eine Spur wies, sowie in Spanien, Frankreich und Italien.

Handzettel: Dies könnten auch Ihre Nachbarn sein

»Dies könnten auch Ihre Nachbarn sein!« heißt es auf einem neuen Handzettel der Ermittler mit Fotos der drei Gesuchten. Alleine, zu zweit oder auch in einer Wohngemeinschaft habe das Trio möglicherweise für lange Zeit am gleichen Ort gelebt und habe sein Äußeres womöglich stark verändert. Vermutlich gingen die drei keiner geregelten Arbeit nach.

Belohnung von bis zu 80.000 Euro

Hingewiesen wird auf dem Handzettel auch auf die Belohnung von bis zu 80.000 Euro, die für Hinweise ausgesetzt ist, die zur Ergreifung der Gesuchten führen. Wo genau die Handzettel eingesetzt werden sollen, präzisierte das LKA zunächst nicht. Auch polizeiintern solle mit den Zetteln bei Veranstaltungen auf die Fahndung hingewiesen werden, hieß es.

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