Kasernengebäude wird nach Alexej Kobelew benannt – Festakt mit Afghanistan-Rückkehrern im Herbst
Getöteter Soldat: große Ehrung geplant

Bielefeld/Augustdorf (WB). Ein Lehrsaalgebäude der Augustdorfer Rommel-Kaserne wird nach dem vor acht Jahren in Afghanistan getöteten Bielefelder Soldaten Alexej Kobelew benannt. Die Ehrung soll nach WESTFALEN-BLATT-Informationen groß aufgezogen werden.

Mittwoch, 05.06.2019, 14:00 Uhr
Alexej Kobelew wurde 2011 in der Nähe von Kundus getötet. Foto: dpa

Die feierliche Umbenennung solle erfolgen, »wenn im Herbst unser Bataillon aus Afghanistan zurückkehrt«, berichtet der Sprecher der Panzerbrigade 21 in Augustdorf, Hauptmann Martin Waltemathe auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Bereits im Juni soll eine Ausstellungsvitrine für Kobelew in dem Gebäude fertig sein. »Da geht es auch um die Hintergründe des Sprengstoffanschlags«, erklärt Waltemathe. Der Baumheider Alexej Kobelew war im Juni 2011 mit fünf weiteren Soldaten mit einem Panzer in der Nähe von Kundus in eine Sprengstofffalle geraten. Der 23 Jahre alte Oberstabsgefreite starb, seine Kameraden wurden verletzt. Damit verlor Kobelew als erster Angehöriger der Augustdorfer Brigade »Lipperland« in Afghanistan sein Leben.

Bislang nur Gedenkstein auf dem Kasernengelände

Soldaten des Panzergrenadierbataillons 212 in Augustdorf beantragten im vergangenen Jahr, den Lehrsaalkomplex auf dem Kasernengelände nach Kobelew zu benennen. Das Gebäude verfügt über mehrere Säle und Unterrichtsräume mit 30 bis 120 Plätzen und wird von allen Kompanien genutzt.

Bislang erinnert auf dem Kasernengelände in Augustdorf nur ein Gedenkstein am Ehrenmal an Kobelew. Der Inspekteur des Heeres muss die Pläne noch abschließend genehmigen. Es werde aber mit Zustimmung gerechnet, heißt es aus Augustdorf.

Würdigung auch in Baumheide geplant

Wie berichtet, soll Kobelew auch an einem Ort in Baumheide gewürdigt werden. Der Heeper Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher (SPD) hatte bereits die Politiker in einer Sitzung der Bezirksvertretung dazu aufgerufen, Vorschläge für einen geeigneten Platz zu machen oder zu sammeln. Sternbacher will das Thema nun frühestens in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 27. Juni aufgreifen, »wenn bis dahin schon Vorschläge vorliegen«. In jedem Fall solle in Abstimmung mit Kobelews Familie eine passende Lösung gefunden werden.

Im Fall des ebenfalls in Afghanistan getöteten Soldaten Martin Augustyniak ist dies bereits geschehen. Augustyniaks Familie hatte im WESTFALEN-BLATT einen Platz zur Ehrung an der Ecke Waldbreede/Niederbreede/Lange Breede in Quelle angeregt. Die Bezirksvertretung Brackwede folgte dem Vorschlag. Einen konkreten Termin für die Einweihung des Martin-Augustyniak-Platzes gibt es noch nicht.

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