Brand- und Rettungsdiensteinsätze steigen an – mehr Unwetterhilfe
Ein Rekordjahr für Bielefelds Feuerwehren

Bielefeld (WB). Mehr Brandeinsätze, mehr Einsätze im Rettungsdienst und mehr Hilfeleistungen nach Unwettern als in den Vorjahren – 2018 waren Berufs- und Freiwillige Feuerwehren in der Großstadt besonders stark gefordert.

Mittwoch, 05.06.2019, 18:00 Uhr
1534 Mal gab es 2018 Feueralarm – der Großbrand in der Ummelner Firma Umeta war einer davon. Foto: Christian Müller/Archiv

»2018 war wieder ein arbeitsintensives und anstrengendes Jahr«, sagte Bielefelds Feuerwehrchef Hans-Dieter Mühlenweg . Ein Mann kam beim Brand einer Gartenhütte Ende Oktober 2018 ums Leben. Insgesamt gab es vergangenes Jahr 1534 Mal Feueralarm in der Stadt (2017: 1479 Alarmierungen). »Vom Großbrand bis zum Fehlarm war alles dabei«, heißt es vom Feuerwehrchef. Eine Erklärung dafür, dass die Brandeinsätze seit Jahren steigen, sei die wachsende Einwohnerzahl in Bielefeld. Noch seien die Brandbekämpfer nicht an ihre Grenzen gestoßen, versicherte Mühlenweg. Die Hilfsfrist – in 90 Prozent aller Fälle sollen binnen zehn Minuten zehn Feuerwehrleute am Brandort sein – würde weiter erreicht.

Das ist bei den Rettungseinsätzen (2018 gab es den neuen Rekord von 51.294 Alarmierungen) seit geraumer Zeit nicht mehr der Fall. Hier sind die (Lebens-)Retter nicht mehr in 90, sondern nur noch in etwa 70 Prozent aller Fälle im Rahmen der Hilfsfrist von acht Minuten vor Ort beim Patienten (diese Zeitung berichtete). Was dagegen zu tun ist, das steht im neuen Rettungsdienstbedarfsplan für Bielefeld. Der Plan soll direkt nach den Sommerferien von der Kommunalpolitik verabschiedet werden, sagte Mühlenweg.

Neue provisorische 24-Stunden-Rettungswache in Sennestadt

Erste Maßnahmen würden bereits umgesetzt, kündigte der Feuerwehrchef an. In diesem Monat gehe an der Industriestraße in Sennestadt eine neue provisorische 24-Stunden-Rettungswache in Betrieb. Das Provisorium solle später von einem Neubau neben dem Feuerwehr-Gerätehaus an der Altmühlstraße ersetzt werden.

Zudem seien weitere neue Rettungswachen in Theesen und Dornberg geplant, sagte Mühlenweg. »Feste Standorte gibt es noch nicht, der städtische Immobilien-Service-Betrieb sucht aber schon.« Nachgelegt werde auch bei Personal und Fahrzeugen: Die Zahl der Rettungswagen solle von jetzt zwölf auf bis zu 20 aufgestockt werden. Ein Teil der neuen Fahrzeuge sei für den 24-Stunden-Betrieb vorgesehen. Dafür brauche die Berufsfeuerwehr Bielefeld neues Personal. Weil auf dem freien Markt keine fertig ausgebildeten Notfallsanitäter mehr zu bekommen seien, »sind zum 1. September dieses Jahres 18 Ausbildungsplätze ausgeschrieben«.

Beseitigung von Unwetterschäden

Sturmtiefs mit Orkanstärke im Winter und kräftige Frühjahrs- und Sommerunwetter mit Blitz, Donner und Starkregen haben vergangenes Jahr die sogenannten Hilfeleistungseinsätze in die Höhe schnellen lassen. Die Wehrleute pumpten vollgelaufene Keller leer, säuberten verschlammte Straßen oder fällten entwurzelte Bäume. 2018 waren 1997 mal (2017: 1831) vor allem die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren in Bielefeld beim Beseitigen von Unwetterschäden gefordert.

Die Arbeit für die Freiwilligen reißt nicht ab. Bei der Gewitterfront vor gut zwei Wochen waren abends und nachts hunderte Feuerwehrleute gefordert, um die Folgen von Starkregen und Blitzeinschlag zu beseitigen. Für einige Retter wurden es lange 24 Stunden: Nach einer durchgearbeiteten Nacht wurden sie am nächsten Abend zu einem großen Chemieeinsatz in der Stadt gerufen.

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