Massiv vorbestrafter Bielefelder Serientäter (34) wird erneut verurteilt
Morddrohungen gegen Polizisten

Bielefeld (WB). Ein elffach vorbestrafter Serientäter hat am Montag von einem Bielefelder Schöffengericht einen Haftnachschlag kassiert. Der derzeit wegen vorangegangener Delikte für eineinhalb Jahre im Bielefelder Gefängnis sitzende 34-Jährige wurde zu weiteren 14 Monaten verurteilt.

Dienstag, 04.06.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 15:52 Uhr
Symbolfoto Foto: dpa

Der ungelernte deutsche Hartz IV-Empfänger habe sich der Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, Nötigung, des Diebstahls und des Schwarzfahrens in der Stadtbahn schuldig gemacht, sagte Vorsitzende Richterin Astrid Salewski. Zudem erhielt der geständige Bielefelder vom Gericht den Hinweis, dass eine weitere Bewährungsstrafe von sieben Monaten aus dem Jahr 2014 demnächst in eine Haftstrafe umgewandelt wird. Damit hat der ungelernte deutsche Hartz IV-Empfänger insgesamt drei Jahre und drei Monate hinter Gittern abzusitzen.

Die neue Strafe von 14 Monaten erhielt der Bielefelder für eine Tatserie in und um Gadderbaum/Bethel. Im Frühjahr vergangenen Jahres beging der Mann dutzende Delikte, obwohl er nach zwei Haftstrafen unter Bewährung stand. 19 Delikte davon wurden von der Staatsanwaltschaft letztlich angeklagt. »Der Drogenkonsum hat überhand genommen und ich habe wieder mal die Kontrolle verloren«, versuchte sich der 34-Jährige in einer Erklärung. Der Kontrollverlust ist in der psychischen Erkrankung des Angeklagten und seiner Sucht nach Marihuana und Aufputschmitteln begründet. Nimmt der Bielefelder Rauschgift, geht er offenbar verbal und körperlich auf jeden in seiner Umgebung los und beleidigt, bedroht und nötigt seine Mitmenschen.

Diebstahl eines Comicbuches

So waren beim Diebstahl eines Comicbuches am 20. März 2018 in der Bahnhofsbuchhandlung gleich mehrere Zeugen notwendig, um den Serientäter auf dem Boden zu fixieren und alarmierten Polizisten zu übergeben. Zwei Tage später flog der 34-Jährige aus einer Hilfseinrichtung für alkohol-, medikamenten- und drogenabhängige Menschen in Eckardtsheim. Nach fortwährender Randale ging der Angeklagte auf einen Mitbewohner (48) im Haus der von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel los, beleidigte ihn und rammte ihm einen Ellbogen in die Nierengegend. Dann bedrohte der 34-Jährige den Älteren mit dem Tode.

Todesdrohungen und üble sexuelle Beleidigungen mussten Polizisten über sich ergehen lassen, wenn sie den Bielefelder nach Diebstählen festnahmen oder in die Psychiatrie Gilead IV brachten. Einem Beamten drohte der Angeklagte an, beim ihm zu Hause aufzutauchen, ihn »aufzuschlitzen« und sein Haus »abzufackeln«.

Die teilweise im Stundentakt durchgeführten Taten des Bielefelders gingen so weit, dass der Mann in weiteren Betheler Hilfseinrichtungen am Hoffnungstaler Weg und am Quellenhofweg Hausverbote erhielt. Das hielt den 34-Jährigen jedoch nicht davon ab, dort aufzutauchen und Mitarbeiter zu bedrohen. »Sie waren ja überall Persona non grata. Jeder hat sie rausgeschmissen«, sagte Richterin Astrid Salewski zum Angeklagten. Gericht und Staatsanwaltschaft hielten beim Prozess dem Mann zugute, dass er wegen seiner psychischen Erkrankung die Taten im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen hat.

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