»Vertical Farming« im Marktkauf Oldentrup und Gadderbaum
Kräuter wachsen im Supermarkt

Bielefeld (WB). In den Marktkauf-Häusern Oldentrup und Gadderbaum können die Kunden Kräutern beim Wachsen zusehen. Dort steht seit vier Wochen jeweils ein ausgeklügeltes Gewächshaus des Berliner Unternehmens Infarm, am Freitag gab es die erste Ernte.

Samstag, 01.06.2019, 09:00 Uhr
Luca Konrad, Abteilungsleiter für den Frische-Bereich, zeigt die Kräuter der ersten Ernte am Freitag. Foto: Oliver Schwabe

Die Anfänge sind noch klein. Etwa zwei Quadratmeter Grundfläche misst jedes Gewächshaus, das auf etwa 2,40 Metern Höhe Platz bietet für vier Etagen mit jeweils zwei scheibenartigen Pflanzbereichen. In diesen gibt es Öffnungen, deren Größe je nach Wachstumsstand der Pflanzen verändert werden kann. Für Licht sorgen LED-Lampen, ausgerüstet sind die Gewächshäuser außerdem mit Belüftung und einer Bewässerung. Die Kräuter gedeihen in einer Wasserlösung, der die Nährstoffe direkt zugesetzt werden, Erde ist nicht notwendig.

Bislang wachsen in dem Gewächshaus im Oldentruper Marktkauf zwei verschiedene Basilikum-Sorten, Minze und Koriander. Zweimal pro Woche, immer mittwochs und freitags, kommt ein Infarm-Mitarbeiter, ein so genannter »Grower«, der dann pro Gewächshaus jeweils 80 Pflanzen erntet.

7200 Pflanzen pro Jahr

7200 Pflanzen werden es somit zunächst pro Jahr sein, die die Kunden direkt aus dem Supermarkt kaufen können, sagt Marktleiter Stephan Begemann. Dies sei zwar nur ein geringer Anteil an der Gesamtmenge an frischen Kräutern, die im Marktkauf Oldentrup verkauft werden, dennoch biete das System viele Vorteile. »Die Kräuter schmecken besser, da sie frischer sind und mit Wurzel geerntet werden. Und sie haben eine viel bessere Ökobilanz«, so Begemann.

Denn nach seinen Worten können in jedem der Gewächshäuser so viele Pflanzen gedeihen wie auf 250 Quadratmetern Ackerland, der Wasserverbrauch liege dabei um 95 Prozent niedriger. »Außerdem werden 75 Prozent weniger Düngemittel verbraucht und es werden keine Pestizide verwendet«, so der Marktleiter. »Und lokaler geht die Erzeugung nicht mehr«, ergänzt Luca Konrad, Abteilungsleiter für den Frische-Bereich.

Werde das neue Angebot von den Kunden gut angenommen, sei eine Ausweitung durchaus vorstellbar, erklärt Begemann. In einem Marktkauf-Haus in Münster gebe es drei Gewächshäuser, in denen auch Salatköpfe sprießen, und selbst Pilze könnte auf diese Weise wachsen.

Je nach Kundenwunsch, so Luca Konrad, könnten schon jetzt verschiedene Kräuter angebaut werden. »Wir werden sehen, welche am gefragtesten sind.«

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