CDU und FDP stellen Olderdissen-Umfrage vor
Die meisten wünschen sich ein Elchgehege

Bielefeld (WB). Seit Februar hatten CDU und FDP die Bürger über eine Homepage und die sozialen Medien befragt, was sie sich auf der Erweiterungsfläche des Tierparks wünschen. Jetzt haben sie das Ergebnis vorgestellt. Die meisten wünschen sich ein Elchgehege.

Samstag, 01.06.2019, 05:00 Uhr
Ziehen bald Elche in Olderdissen ein? Bei einer Umfrage, um welche Gehege der Tierpark erweitert werden sollte, liegt die nordische Hirschart ganz weit vorn. Foto: dpa
Der Wunschzettel der Bürger

1. Elche (20 Mal vorgeschlagen), 2. Alte Haustierrassen, mehr Streichelzoo, Bauernhof, Bauergarten, Gnadenhof (16), 3. Wasserspielplatz, Schwimmbecken, Matschfläche, Barfußpfad (13), 4. Aquarium – Robben, Seehunde, Thema Nordsee (12), 5. Insekten, Bienenstöcke, Wildblumenwiese (10), 6. Falknerei, Fledermäuse, Adlerwarte (8), 7. größere Gehege allgemein (8), 8. Erdmännchen (7), 9. Grillplatz/Picknickplatz (6), 10. See-/Bachlandschaft, heimische Reptilien (5), 11. Pferde, Ponys (4), 12. Baumlabyrinth (4), 13. Minigolf (3), 14. Rotfüchse (2), 15. Märchenpark/Märchendorf (2), 16. Indoor-Spielplatz (2), 17. Alpakas (2), 18. Igel (1), 19. Fasanerie (1), 20. Aussichtsturm (1), 21. Übernachten mit Wölfen (1), 22. Maulwürfe, Tiere unter der Erde (1), 23. Giraffen, Leoparden, Tiger, Löwen.

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7400 Quadratmeter ist das Hockeygelände des DSC Arminia am Tierpark Olderdissen groß. Doch Hockey wird dort nur noch selten gespielt. Auf Anregung von CDU und FDP einigte sich die Stadt als Verpächterin mit dem Verein darauf, dass die Fläche zurückgegebne wird. Ende September läuft der Vertrag aus. Nur das Vereinsheim bleibt erhalten.

Auf jeden Fall soll auf dem frei werdenden Areal eine Erweiterung des Tierpark-Spielplatzes entstehen. Bis zu 1000 Kinder und Eltern drängeln sich an besucherstarken Tagen rund um den bestehenden Spielplatz und den Meierhof. Tierpark-Leiter Herbert Linnemann hatte sich deshalb schon seit längerem eine Vergrößerung gewünscht. Ebenfalls auf seiner Wunschliste: ein Gehege für alte Haustierrassen.

So etwas können sich auch viele der von Christdemokraten und Liberalen befragten Bürger vorstellen. Vielleicht mit einem vergrößerten Streichelzoo oder einem Bauerngarten. Rund 200 Antworten erhielten die beiden Rathaus-Parteien. Darunter auch Exotisches wie ein Erdmännchen-Gehege. Die sind bekanntlich in Afrika zu Hause und nicht gerade in OWL.

Ganz vorn steht ebenfalls ein Aquarium. Auch Robben oder Seehunde sollten sich im Tierpark tummeln, geht es nach den Wünschen einiger Bürger.

»Wir haben unsere Fragestellung bewusst offen gehalten«, sagt FDP-Chef Jan Maik Schlifter. Denkverbote sollte es erst mal nicht geben. »Es geht aber um einen Heimattierpark«, ergänzt Carsten Krumhöfner (CDU). Deshalb sollten bei der Umsetzung Vorschläge den Vorrang erhalten, die diesem Konzept nahe kämen. Sein Fraktionskollege Werner Thole erläutert das weitere Vorgehen: »Wir werden die Liste mit den Vorschlägen dem zuständigen Umweltbetrieb übergeben.« Der solle abschätzen, was wie teuer würde. Dann könne es an die Umsetzung gehen. Vielleicht schon im Frühjahr 2020.

Jasmin Wahl-Schwentker, FDP-Sprecherin im Rat, hat Sympathie für den Vorschlag, einen Aussichtsturm in Olderdissen zu bauen. Das sei vielleicht auch für Sponsoren ein reizvolles Projekt.

Ohne private Geldgeber werde es bei einem Tierpark, der ohne Eintrittsgeld auskommt, nicht gehen. Die Bürgerstiftung hat zugesagt, bei der Suche nach Geldgebern behilflich zu sein.

Kommentar von Michael Schläger

CDU und FDP liefern ein Beispiel für konstruktive Kommunalpolitik. Sie haben erreicht, dass das Hockeyfeld am Tierpark für dessen Erweiterung genutzt werden kann. Dann haben sie Bürger gefragt, was diese sich dort wünschen. Nicht alles davon ist realistisch, aber die Verwaltung kann nun prüfen, was zu welchen Kosten umsetzbar wäre.

Diese Art der Bürgerbeteiligung funktioniert selbstverständlich nicht in allen Bereichen, wird schwierig, wenn es um Planungsrecht oder den Etat geht. Sie funktioniert aber bei kleinen Renommierstückchen wie der Tierpark-Erweiterung. Die Menschen fühlen sich einbezogen, sind dann sicher auch bereit, bei der Umsetzung zu helfen. Denn bei einem »Eintritt frei«-Tierpark wird es nicht ohne Sponsoren gehen.

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