»Pro Grün«-Chef sieht Dornberg-Pläne kritisch und beklagt mangelnde Kommunikation
»Bürger zu Verbündeten machen«

Bielefeld (WB). Die Modellüberlegungen für die Ortsteilentwicklung Babenhausen-Dornberg sind seit der vergangenen Woche für jedermann auf der städtischen Homepage einsehbar. Prof. Dr. Tilman Rhode-Jüchtern, Vorsitzender von Pro Grün in Bielefeld, ist dennoch unzufrieden mit dem Rathaus: »Die Politiker verstehen nicht, was wir eigentlich wollen.«

Montag, 27.05.2019, 13:00 Uhr
Wo sich Grünewald- und Dürerstraße treffen, soll gebaut werden. Foto: Thomas F. Starke

Aus gut unterrichteten Kreisen hatten die Naturschutzverbände von dem Papier, das drei Gutachterbüros entwickelt hatten , gehört, und am Freitag, 18. Mai, die Öffentlichkeit unterrichtet, ohne die genauen Inhalte zu kennen. Davor waren die Pläne nur im nichtöffentlichen Teil der Sitzung der Bezirksvertretung Dornberg diskutiert worden.

Wenn gleich mit Naturschutzverbänden, Anwohnern und Grundstückseigentümern gesprochen werde, könne dies Planungsprozesse beschleunigen, meint Rhode-Jüchtern. »Uns allen ist klar, dass wir mehr Wohnungen benötigen«, sagt der Geografie-Professor. Aber gleichzeitig gebe es die Verpflichtung, mit Flächen sorgsam umzugehen. Werde nicht einfach drauflos geplant, sondern würden gemeinsam Ideen entwickelt, sei dies zielführender.

Verdruss bei den Bürgern

Bürger bei Planungswerkstätten mit Pappkarten und Holzklötzchen spielen zu lassen und das Erarbeitete überhaupt nicht zu berücksichtigen, führe zu Verdruss, so der Chef von Pro Grün in Anspielung auf die bisherigen Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung bei der Ortsteilentwicklung Babenhausen-Dornberg . »So etwas ist Schein-Beteiligung.« Politik und Verwaltung sollten Bürger und Interessenvertreter stattdessen zu Verbündeten machen.

Den Planungsprozess in Babenhausen-Dornberg wollen die Naturschutzverbände weiter kritisch hinterfragen. Rhode-Jüchtern berichtet, dass seine Organisation eine Anfrage bei der städtischen Beteiligungsgesellschaft BBVG plane. »Wir möchten wissen, wie die Kosten-Nutzen-Analyse für die geplante Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 bis zur Dürerstraße aussieht.« An deren Effizienz haben die Verbände Zweifel. Die BBVG wäre Bauherr der Stadtbahnverlängerung.

Zurückhaltende Politiker

Die Politiker im Rathaus gehen mit den Modellüberlegungen zur Ortsteilentwicklung bisher sehr zurückhaltend um. Lediglich die FDP hat diese ausdrücklich begrüßt. Alexander von Spiegel, Einzelvertreter des Unabhängigen Bürgerforums (UBF) im Rat, sieht den Flächenverbrauch kritisch. Kritik gab es in der vergangenen Woche auch vom Landwirtschaftlichen Kreisverband.

Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) sprach dagegen von Planungsüberlegungen. Erst müsse Bielefeld seine neue kommunale Baulandstrategie haben, bevor solche Verfahren weiterverfolgt werden könnten. Die Baulandstrategie soll im Juli vom Rat verabschiedet werden. Das Ziel: Bei der Entwicklung von Bauland tritt die Stadt als Grundstücks-Zwischenhändler auf, um günstigeren Wohnraum schaffen zu können.

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