Nur spezielles Assistenzsystem für Zwecke des Umweltbetriebs Bielefeld geeignet Stadt-Lkw sollen sicherer werden

Bielefeld (WB/peb). Immer wieder kommt es zu tödlichen Zusammenstößen mit Radfahrern oder Fußgängern, wenn Lastwagen im Verkehr abbiegen. Beim städtischen Umweltbetrieb (UWB) sind rund 120 Fahrzeuge im Einsatz, die durch eine nachträgliche Ausstattung mit Assistenzsystemen sicherer gemacht werden könnten. Nach Angaben des UWB ist das aber nicht so einfach.

Fahrer Antonios Tsatmalis hat aus dem tiefer gelegten Führerhaus einen Rundumblick, auch auf Kollegen Fritz Büscher.
Fahrer Antonios Tsatmalis hat aus dem tiefer gelegten Führerhaus einen Rundumblick, auch auf Kollegen Fritz Büscher. Foto: Bernhard Pierel

Bislang sind bei städtischen Nutzfahrzeugen noch keine Assistenzsysteme im Einsatz, die beim Abbiegen auf Fußgänger und Radler reagieren, teilte der UWB jetzt den Mitgliedern des Betriebsausschusses mit. Denn die UWB-Fahrzeuge bewegen sich anders durch die Straßen als der übliche Verkehr: Etwa als Müllfahrzeuge, Kehrmaschinen oder Kanalspülwagen. Sie müssen sehr nah am Straßenrand fahren, um ihre Aufgaben zu erledigen. Übliche Assistenzsysteme würden da beispielsweise auf Mülleimer reagieren und dauerhaft vor einer vermeintlichen Gefahr warnen. »Das macht den Einsatz von Abbiegeassistenten schwierig. Im schlimmsten Fall führt das eher zu einer Belastung als zur Entlastung des Fahrers« und helfe beim Schutz der Fußgänger und Radfahrer nicht weiter, erklärt der Umweltbetrieb.

Erst seit etwa einem Monat ist ein für die Zwecke des Umweltbetriebs einsetzbares System, das vom Kraftfahrtbundesamt zertifiziert wurde, auf dem Markt. Aber weitere sollen folgen. Noch in diesem Jahr sollen für einen Test städtische Nutzfahrzeuge mit einem solchen System nachgerüstet, im Sommer zudem vier Abfallsammelfahrzeuge als Neufahrzeuge angeschafft werden, die bereits ab Werk mit Abbiegeassistenten ausgerüstet sind. Die Ergebnisse sollen künftig in die Ausschreibung von Neufahrzeugen mit einfließen, aber auch die rund 120 älteren Fahrzeuge sollen im Anschluss an die Versuche nachgerüstet werden. Geschätzte Kosten: etwa eine halbe Million Euro.

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