Oberbürgermeister Clausen und Planungsdezernent Moss verteidigen die Dornberg-Pläne
Eine Nummer größer

Bielefeld (WB). 4800 neue Wohneinheiten in Dornberg – für Bielefelds Planungsdezernent Gregor Moss ist klar: Auch eine solche Dimension werde die Wohnproblematik in Bielefeld nicht lösen.

Mittwoch, 22.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 07:36 Uhr
Mehrgeschossig könnte vor allem westlich des Röteweges gebaut werden. Illustration: Cityförster, Urbanegestalt, SHP Ingenieure.

Eigentlich wollten Moss und Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) gestern ein bisschen zur Beruhigung der am Wochenende entflammten hitzigen Debatte über die Ortsteilentwicklung Dornberg/Babenhausen beitragen. Was die Planer im nichtöffentlichen Teil der Bezirksvertretung Dornberg vorgestellt hätten, sei auftragsgemäß erfolgt. Es seien Planungsvorschläge. Nicht mehr und nicht weniger.

Grundsätzliche Aussagen

Aber dann machten beide doch ein paar grundsätzliche Aussagen zur Stadtentwicklung. »Bielefeld benötigt zusätzliche Flächen«, sagte Clausen. Und: »Wir wollen auch in Dornberg nach solchen Flächen suchen.« Dabei könne es sich nicht nur um Grundstücke für Einfamilienhäuser handeln, vielmehr um eine »städtische Wohnbebauung«. Soll heißen: Es geht ausdrücklich auch um Geschosswohnungsbau. Und es gehe um einen niedrigpreisigen Wohnungsbau, damit ihn sich auch Menschen mit durchschnittlichen Einkommen leisten könnten. Clausen stellte außerdem klar: Dem Naturschutz in Dornberg werde Rechnung getragen, Bachtäler blieben unantastbar.

»Wir reden hier über Flächen, die bereits im Gebietsentwicklungsplan stehen«, sagte Planungsdezernent Moss gerade mit Blick auf das 33,1 Hektar große Areal westlich des Rötewegs, wo die Planer auch in die Höhe bauen möchten. »Woraus die aktuelle Aufregung resultiert, kann ich nicht verstehen«, so Moss.

Uni als Zukunftsmotor

Die Entwicklung von Flächen nordwestlich der Uni »ist nicht geeignet, alle Probleme zu lösen«, betonte der Planungsdezernent ebenso. Er werde stets mit 5000 fehlende Wohnungen zitiert. Aber diese Zahl beziehe sich lediglich auf das Jahr 2020. Aber allein die Medizinische Fakultät an der Uni mit mehreren tausend Studenten und Lehrpersonal mache weiteren Wohnraum erforderlich.

Die Uni, in die das Land in den kommenden Jahren 1,5 Milliarden Euro investieren wolle, sieht Moss als Zukunftsmotor. »Ich würde mich über eine positivere Würdigung dieser Entwicklung freuen«, ergänzte der Planungsdezernent.

Moss lobte ausdrücklich die von den Planern für Dornberg/Babenhausen entwickelten Vorschläge zur Verkehrsanbindung. Mit ihnen könne es gelingen, statt zu erwartender zusätzlicher 20.000 Autofahrten pro Tag mit der Hälfte auszukommen. Wichtiger Schlüssel dazu wäre der Ringschluss, die Verbindung der Stadtbahnlinie 3 und 4.

Neue Baulandstrategie zuerst

Bevor es an die Umsetzung all dieser Überlegungen gehe, müsse Bielefeld erst über seine neue Baulandstrategie verfügen, betonte OB Clausen. Nach der würde die Stadt bei Neubaugebieten als eine Art Grundstück-Zwischenhändler auftreten. Ziel sei es, dass der Rat diese Strategie noch vor der Sommerpause im Juli verabschiede.

Auch die Bürger wollen Moss und Clausen an der weiteren Planung beteiligen, bezeichneten dies als »selbstverständlich«. Als erstes sollen die Pläne heute über die städtische Homepage frei abrufbar sein. Und auch die vom Dornberger Bezirksbürgermeister Paul John (Grüne) geforderte öffentliche Sitzung zum Thema wird es geben, voraussichtlich am Donnerstag, 13. Juni.

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