Prozessauftakt gegen Mann aus Bünde (48), der Leiche seiner Frau in Garage versteckte Sexunfall statt Totschlag?

Bielefeld/Bünde (WB). Angeklagt ist er wegen Totschlags seiner Frau Natalie. Er selbst hat gestern über seinen Anwalt Dr. Holger Rostek mit einer überraschenden Erklärung aufwarten lassen: Der Tod der 34 Jahre alten Frau sei ein Sexunfall gewesen, verlas der Bielefelder Jurist eine Einlassung seines Mandanten Markus W. aus Bünde zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Bielefeld.

Von Bernd Bexte
Markus W. (48, rechts) aus Bünde, hier im Gespräch mit Peter Rostek, einem seiner beiden Anwälte, soll laut Anklage seine Frau erwürgt haben. Er spricht von einem Sexunfall.
Markus W. (48, rechts) aus Bünde, hier im Gespräch mit Peter Rostek, einem seiner beiden Anwälte, soll laut Anklage seine Frau erwürgt haben. Er spricht von einem Sexunfall. Foto: Bernd Bexte

W.s Frau, die lange vermisst war und deren Leiche erst im Januar gefunden wurde, habe nur durch »Würgeakte zum Höhepunkt kommen können«, heißt es darin. »Zum Teil erfolgte dies mit einem Gürtel.« Dabei sei es am 27. November 2017 zu dem »verhängnisvollen Unfall« gekommen. Und weiter: W. habe Panik bekommen, als seine Frau nicht mehr geatmet habe. Weil er befürchtete, eines Verbrechens beschuldigt zu werden, habe er die Leiche in eine Kiste gepackt und in eine Garage nach Bielefeld gefahren. Außerdem habe er vom Handy seiner Frau eine fingierte Whatsapp-Nachricht an sich selbst abgesetzt, in dem sie ankündigte, sich von ihm zu trennen. Rückfragen des Gerichts unter Vorsitz von Richter Christoph Meiring zu der Einlassung wollte Rostek nicht beantworten.

Drei Tage nach Verschwinden als Vermisst gemeldet

Drei Tage nach dem Verschwinden meldete Natalie W.s Mutter – die Eltern treten als Nebenkläger auf – ihre Tochter bei der Polizei als vermisst. Ein Jahr später, am 15. November 2018, fanden Polizisten im Haus von W. in Bünde das Handy der Vermissten. Der vorbestrafte Lagerist wurde festgenommen und sitzt seitdem in der JVA Brackwede in U-Haft.

Das Opfer: Natalie W. aus Bünde.

Die Leiche der zweifachen Mutter wurde am 11. Januar in der Garage in Bielefeld-Vilsendorf entdeckt. »Markus W. hatte die Garage am 28. November 2017 unter dem Namen Markus Stein mit einer Wohnadresse in Spenge angemietet«, sagte der als Zeuge geladene Sohn (52) des Vermieters aus. Als die Miete wegen der Inhaftierung ausblieb, habe er mit seinem Vater die Garage geöffnet und dort in einer alten Rot-Kreuz-Holzkiste die bekleidete, zum Teil mumifizierte Leiche gefunden. Laut Obduktion wurde Natalie W. erwürgt.

Bei dem Paar lebte ein Sohn (damals 15) aus einer früheren Beziehung von Natalie W. sowie eine gemeinsame Tochter (damals 9). Der Jugendliche ist zu seinem leiblichen Vater zurückgekehrt, die Tochter lebt in einer Einrichtung des Jugendamts. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6613126?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F