Leiche des Doppelmörders obduziert – letzte Zweifel sollen ausgeräumt werden Toter im Hotel: Alles spricht für Suizid

Bielefeld(hz). Nach dem Leichenfund im Bielefelder Hotel Golden Tulip scheint weitgehend gesichert, dass sich Doppelmörder Erdal A. (38) selbst erschossen haben soll. »Wir gehen von einem Suizid aus«, bestätigte Polizeisprecherin Sarah Siedschlag das Ergebnis der rechtsmedizinischen Obduktion vom Dienstag.

Im Golden Tulip wurde die Leiche des Doppelmörders gefunden.
Im Golden Tulip wurde die Leiche des Doppelmörders gefunden. Foto: Heinz Stelte

Gleichwohl seien die Ermittlungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen, sagte die Sprecherin. Trotzdem gebe es »keine konkreten Hinweise auf ein Verbrechen«, versicherte die Polizeisprecherin. Die Mordkommission werde erst das endgültige Ergebnis der Spurenauswertung abwarten. So seien weitere Untersuchungen notwendig.

Was die Ermittler der neunköpfigen Mordkommission »Waldhof« (benannt nach der Straße, an der das Hotel Golden Tulip liegt) genau wissen wollen, erklärte die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Bosse. So soll eine Schmauchspurenanalyse der Hände des Toten zweifelsfrei klären, dass Erdal A. eine Waffe gegen sich selbst gerichtet und geschossen hatte. Was für eine Waffe der 38-Jährige benutzt hatte, sagte die Staatsanwältin aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Wie berichtet, stufte die Kripo Bielefeld den Fund der Leiche des verurteilten Doppelmörders Erdal A. von Anfang an als brisant ein. Dass eine neunköpfige Mordkommission zusammen gestellt wurde, obwohl es bereits frühzeitig nach dem Leichenfund erste Hinweise in Richtung Suizid gegeben haben soll, liegt offenbar an der kriminellen Vorgeschichte des toten Bielefelders. Für ihn wird jetzt eine Trauerfeier im jesidischen Kulturzentrum in Baumheide ausgerichtet.

Erdal A., der laut Zeugen schon als Kind Mitschüler seiner Bielefelder Gesamtschule verprügelt haben soll, erschoss im Oktober 2001 in einer Arztpraxis in Melle/Niedersachsen aus Rache für das Beziehungs-Aus seine Ex-Freundin (19) und deren Kollegin (44) mit fünf Kugeln aus einer Pistole. Gleichwohl wurde Erdal A. nach Verbüßung der sogenannten Zwei-Drittel-Strafe im September 2011 aus der Haft entlassen.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6612870?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F