Demo in Bielefeld: 300 Menschen fordern mehr Barrierefreiheit
Oberbürgermeister Clausen kritisiert Hochbahnsteig-Gegner

Bielefeld (WB/mot). Knapp 300 Menschen haben am Mittwoch auf dem Alten Markt für eine barrierefreie Stadt demonstriert. Insgesamt 34 Organisationen hatten zum 25. »Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung« aufgerufen. Unter dem Motto »Mission Inklusion – Die Zukunft gehört dir« ging es vor allem um die sich verschärfende Wohnungsnot von Behinderten.

Donnerstag, 09.05.2019, 10:22 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 10:24 Uhr
Oberbürgermeister Pit Clausen (rechts) im Gespräch mit den Demonstranten Thorsten Hempel und Ulrike Weking. Foto: Trinsch

Aus Sicht von Ulrike Weking gehe die Gesellschaft zu locker mit dem Thema Behinderung um. Viele Zusammenhänge würden nur von Betroffenen erkannt und von der Politik ignoriert. »Es kann nicht sein, dass Besitzer ihre Häuser verfallen lassen. Da bröckelt die Fassade, und schon haben sie eine Gehirnerschütterung und können Epilepsie bekommen. Da denkt der Besitzer kein bisschen drüber nach.«

Thorsten Hempel (46) kann sich bereits freuen. Seine Forderung nach barrierefreien Bahnsteigen wird bereits umgesetzt. In Brackwede wird es sie wohl ab 2022 geben. Dann bleibt ihm sein 1,5 Kilometer langer Umweg erspart. Dafür bedankte er sich bei Oberbürgermeister Pit Clausen. Er habe sich in den vergangenen Jahren wie kein anderer für die Hochbahnsteige eingesetzt.

Clausen spricht von »Tricks«

Clausen kritisierte, dass seit Jahren Maßnahmen für die Herstellung der Barrierefreiheit »von verschiedensten Gruppen« blockiert würden. Durch »manipulierte Unterschriftensammlungen« und Klagen verzögerten sich notwendige Umbauarbeiten massiv. »Das tut unserer Demokratie nicht gut, wenn Menschen hier mit Tricks versuchen, etwas zu verhindern, was zum sozialen Fortschritt in unserer Stadtgesellschaft gehört.«

Gleichzeitig schränkt er ein: »Wir haben 100 Busse und 100 Stadtbahnen. Bis sie die alle barrierefrei ausgestattet haben, dass dauert schon ein bisschen. Und das in einer Phase, wo die Finanzen der Stadt auch nicht nur auf Rosen gebettet sind. Aber wir sind da dran. Wir sind auf einem guten Weg.«

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