Ermittler finden bei Kontrolle gegen Schwarzarbeit auch Pistolen und eine Pumpgun
Waffenlager bei Zoll-Razzia entdeckt

Herford/Bielefeld(WB). Bei ei­ner Großrazzia in einem Bauunternehmen in Herford-Elverdissen sowie an weiteren Standorten in NRW und Niedersachsen gingen Ermittler des Zolls dem Verdacht der Schwarzarbeit nach. Bei den 13 Durchsuchungen in sieben Städten machten die Beamten eine unerwartete Entdeckung. Sie fanden auch ein Waffenlager.

Donnerstag, 09.05.2019, 05:00 Uhr
Symbolfoto. Foto: Friso Gentsch/dpa

»Davon waren die Kollegen selbst überrascht. Mit so einem Fund hatten wir nicht gerechnet«, sagt Pressesprecherin Kirsten Schüler vom Hauptzollamt Bielefeld. Aufgrund des Waffenfunds und der erhöhten Gefahrenlage wurden bei den Durchsuchungen in Herford auch Beamte der Kreispolizeibehörde unterstützend eingesetzt. Gefunden wurden neben Stichwaffen und Schreckschusswaffen auch geladene Pistolen, eine Armbrust und sogar eine geladene Pumpgun. Die Waffen wurden sichergestellt.

Insgesamt wurden gestern am frühen Morgen 90 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Diese hohe Zahl ergibt sich daraus, dass nicht nur gegen leitende Mitarbeiter des Unternehmens ermittelt wird, sondern auch gegen Angestellte. Überwiegend mit Hilfe von Dolmetschern befragten die Zollbeamten gestern mehr als 60 Zeugen, die mehrheitlich aus Süd- und Osteuropa stammen sollen.

150 Zöllner im Einsatz

Das Familienunternehmen, das auf der Internetseite mit »langjähriger Erfahrung und einer professionelle Arbeitsweise« wirbt und Dienstleistungen wie Stahlbetonbau, Abbrucharbeiten und Klinkerbau anbietet, steht im Verdacht, über etliche Jahre Arbeitnehmer illegal beschäftigt zu haben. Dass die Beamten auf der richtigen Spur waren, wurde beim Eintreffen der Zöllner an einem Durchsuchungsort deutlich. Als die Ermittler vor der Tür standen, versuchte einer der Beschuldigten, Unterlagen durch Schreddern zu vernichten. »Es besteht berechtigte Hoffnung, dass eine Rekons­truktion dieser Beweismittel erfolgreich durchgeführt werden kann«, sagt Kirsten Schüler.

Neben dem Einsatz in Herford, wo der Hauptverdächtige leben soll, schlug der Zoll noch in sechs weiteren Städten im Bundesgebiet zu. »Beamte aus den Ämtern Bielefeld, Paderborn, Hannover, Hildesheim, Osnabrück und Hamm waren im Einsatz«, erklärt die Pressesprecherin. Insgesamt beteiligten sich 150 Zöllner an der Großrazzia.

Neben Unterlagen stellten die Ermittler auch elektronische Speichermedien sicher. Zudem landeten die Beamten noch einen weiteren Treffer. Bei mehreren Stangen Zigaretten, die in einem Koffer versteckt waren, besteht der Verdacht, dass es sich um Diebesgut handelt.

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