Hobby-Künstler Leo Deppermann (18) fahndet nach seinen Skulpturen
Wo sind die »Schrottis«?

Schildesche (WB). Wo ist die »Schrottis-Familie« untergekommen? Diese Frage stellt sich Leo Deppermann, der die kleinen Skulpturen aus Metall geschaffen hat und nun gerne wissen möchte, wo seine Figuren gelandet sind.

Mittwoch, 08.05.2019, 08:00 Uhr
Auf den Grünflächen entlang der Sudbrackstraße und des Horstheider Wegs stellte Leo Deppermann seine Skulpturen auf. Nun sucht er nach den »Adoptivfamilien«. Foto: Arndt Wienböker

Der Reihe nach: Anfang April stellte der Zwölftklässler der Rudolf-Steiner-Schule auf den Grüninseln entlang des Horstheider Wegs in Schildesche insgesamt 17 seiner »Schrottis« auf – zum Verschenken. Die 40 bis 50 Zentimeter großen Figuren aus Schrott waren mit einem Zettel versehen: »Auf der Suche nach einem Zuhause.« Unterzeichnet mit »Reiner Schrott«. Dieses Pseudonym legte sich Leo Deppermann als Künstlername zu.

In drei Tagen waren alle Skulpturen weg

Womit der 18-jährige »Schöpfer« nicht rechnen konnte: Innerhalb von drei Tagen waren alle 17 Skulpturen verschwunden. »Und ich weiß nur von zweien, die bei Freunden untergekommen sind und jetzt dort im Garten stehen.« Nun sucht Reiner Schrott alias Leo Deppermann nach den »Adoptiveltern« der anderen Schrottis. »Ich habe leider vergessen, einen Kontakt anzugeben. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich erfahren könnte, wo die Figuren jetzt sind.«

Schließlich steckt eine Menge Arbeit in den kleinen »Männchen«, die nach Aussage ihres Machers aber als »gender-frei« anzusehen sind. Vier bis fünf Stunden hat Leo Deppermann in der elterlichen Garage und der Einfahrt an jeder Figur geschweißt, gehämmert und poliert, bis er sie zur Adoption frei gab.

Material vom Schrottplatz

Das Material samt Schrauben holte sich der Schüler vom Schrottplatz. »Ein Schweißgerät, einen Winkelschleifer und Feilen haben wir zum Glück bei uns Zuhause«. Und so entstand in mühsamer Kleinarbeit die Schrottis-Familie. Für die Augen wurden zum Beispiel Muttern, Teile von Türgriffen oder einer alten Kleiderpresse verwendet. »Der erste Schrotti war eher Zufall. Ein Freund hat mir Material geschenkt. Daraus ist die erste Figur entstanden.« Und da Hobby-Künstler Leo Deppermann derart großen Spaß und Gefallen an seinem Erstlingswerk gefunden hatte, wurden es von Tag zu Tag mehr; am Ende waren es 21.

Im Kreise seiner Familie wurde dann die Idee geboren, die Skulpturen »freizulassen« und öffentlich »auszustellen«. Auf Grünflächen, wo sie gut gesehen werden. Bereits am ersten Tag wurden elf Schrotttis »aufgenommen«. Dass Leo Deppermann vier seiner witzigen Kreaturen behielt, hat einen guten Grund.

Die ganze Geschichte ist nämlich auf ein Schulprojekt zurückzuführen. »Alle Schüler der Rudolf-Steiner-Schule können in der 12. Klasse ein Thema für ein einjähriges Projekt mit einem praktischen und einem theoretischen Teil frei wählen. Und da ich schon immer gerne gebastelt und gewerkelt habe, war schnell klar, dass ich etwas in diese Richtung machen möchte«, erklärt der Theesener.

Aufruf an die »Adoptivfamilien«

Leo Deppermann wählte das Thema »Kunst im öffentlichen Raum« – und daraus entstand schließlich die Schrottis-Familie. »Das ist eine ganz tolle Erfahrung für mich«, sagt der kreative Waldorfschüler, der sich durchaus vorstellen kann, auch später im Job etwas Handwerkliches zu machen. »Vielleicht Tischler.«

Zunächst einmal muss er in zwei Wochen aber sein Jahresprojekt in der Schule vorstellen. »Und auch dafür wäre es schön zu wissen, wo meine Figuren gelandet sind; ob sie nun in Gärten, Balkonen oder Töpfen stecken.« Darum bittet der Erfinder alle (unbekannten) »Adoptivfamilien«, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Entweder per Mail unter der eigens dafür angelegten Adresse »reiner-schrott-art@gmx.de« oder über Instagram: »reinerschrottart«.

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