Deutsche Bank steigert Einlagen
»Kein Strafzins« lockt Anleger

Bielefeld (WB). Die Deutsche Bank entwickelt sich in OWL weiter zum Fluchtpunkt für Anleger, die einen Negativzins vermeiden wollen. Nachdem die Einlagen schon 2017 um 17,2 Prozent gestiegen waren , konnte das Institut 2018 sogar um 22,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zulegen.

Dienstag, 07.05.2019, 13:44 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 13:54 Uhr
Von links: Bernd-Christian Balz, Alf Meyer zur Heyde, Martin Wilde und Dieter Kellerhoff Foto: Bernhard Pierel

Attraktiv sind Anlagen bei der Deutschen Bank, weil diese den von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhobenen Negativzins nicht an private Kunden weitergibt. Im internationalen Vergleich bedeutet die Niedrigzinspolitik für europäische Banken einen großen Wettbewerbsnachteil, erläuterte gestern Bernd-Christian Balz, Sprecher der Geschäftsleitung in der Region. Während sie für Einlagen pro Jahr 7 Milliarden Euro an die EZB abführen mussten, kassierten amerikanische Banken für ihre Einlagen bei der Federal Reserve 2018 insgesamt 13 Milliarden Euro Zins. Balz geht trotzdem davon aus, dass sich die Zinspolitik der EZB zumindest 2019 noch nicht ändern wird.

Geschäftsvolumen: plus 5,4 Prozent

Insgesamt hat die Deutsche Bank in der Region Bielefeld, die neben OWL den Regierungsbezirk Arnsberg umfasst, ihr Geschäftsvolumen um 5,4 (Vorjahr: 6,8) Prozent ausgeweitet. Das Kreditvolumen, das nach Angaben des Leiters des Privatkundengeschäfts, Alf Meyer zur Heyde, um 1,8 Prozent stieg, hätte insbesondere im Immobiliengeschäft stärker zulegen können, hätte es mehr attraktiven Wohnraum gegeben.

Positiv bewerteten die beiden Geschäftsführer Martin Wilde und Dietmar Kellerhoff die Entwicklung in der regionalen Wirtschaft. Selbst in Branchen wie der Bekleidungs- und Möbelindustrie, wo einige Insolvenzen zu verkraften seien, gebe es Unternehmen, die sich erfolgreich entwickelten. Im Übrigen profitiere OWL sowohl von seinem Branchenmix als auch von der Mischung aus weltweit engagierten Konzernen und einem erfolgreichen Mittelstand.

Nach einem schwierigen Jahr für die Anleger erwartet Balz, dass sich der Aktienmarkt 2019 unterm Strich leicht erholen wird. Allerdings werde es das Jahr über – auch abhängig von Handelsstreit und Brexit – einige Aufs und Abs geben. Im Privatkundenbereich geht die Deutsche Bank von einem weiteren schnellen Wachstum beim mobilen Banking aus. Ende 2018 startete das Institut nach eigenen Angaben als erstes in Deutschland mit Apple Pay.

Positive Erwartung an Aktienmarkt

Was die Wettbewerbssituation unter den Banken in OWL betrifft, so ist sie Balz zufolge seit Jahren härter als in vielen anderen Regionen. Nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank ändere sich daran nichts. Gleichwohl gebe es auch Projekte etwa im Firmenkreditgeschäft, bei denen man zusammenarbeite.

Die Deutsche Bank zählt weiter zwischen Minden und Arnsberg 13 Filialen und vier Finanzagenturen. Auch die Zahl der Mitarbeiter blieb stabil bei 250.

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