Verwaltung muss dienstleistungsorientierter arbeiten
Kommentar: Wir hier unten

Bielefeld (WB). Undurchsichtige Anliegerbeiträge bei Straßensanierungen, Politiker-Beschlüsse, die einfach nicht umgesetzt werden: Die Verwaltung muss dienstleistungsorientierter arbeiten, meint Michael Schläger in seinem Kommentar.

Samstag, 04.05.2019, 10:00 Uhr
Das Alte Rathaus in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Erst die Verwaltung, dann die Bürger. Manchmal hat man den Eindruck, dass im Rathaus genau nach dieser Devise gehandelt wird. Zwei Beispiele aus jüngster Vergangenheit: Die Hauseigentümer an der Schloßhofstraße werden mit der Ankündigung, dass sie nach der Sanierung ihrer Straße mit Anwohnerbeiträgen in teils deutlich fünfstelliger Höhe rechnen müssen, überrascht.

Sie fühlen sich auf einmal wie auf der Schlossallee im Monopoly-Spiel. Und wenn die Bezirksvertretung Mitte beschließt, Parkplätze auf der Körnerstraße zu streichen, damit dort an der Einfahrt zur Tiefgarage Neues Rathaus der Verkehr besser fließt, dann schert das die Verwaltung gar nicht. Sie lehnt die Ausführung des Beschlusses schlicht ab. Da sind dann sogar die gewählten Volksvertreter die Gelackmeierten.

Nein, hier geht es nicht um pauschale Beamtenschelte. Das wäre zu billig. Die meisten Rathaus-Bediensteten machen einen ordentlichen Job. Auch die, die Anliegerbeiträge ausrechnen oder die Verkehrsdichte auf der Körnerstraße messen. Hier geht es um mehr Kundenorientierung und Transparenz. Beides geht im System Rathaus noch viel zu häufig unter.

So entsteht bei vielen Bürgern ein »Wir hier unten, ihr da oben«-Eindruck, und der sollte sich im 21. Jahrhundert doch eigentlich überlebt haben. Nächstes Jahr ist Kommunalwahl. Die Parteien feilen an ihren Programmen. Wenn sie nach guten Themen suchen, hier wäre eines: weniger Paragrafen- und dafür (noch) mehr Dienstleistungsdenken in den Büros der Stadtverwaltung.

 

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