Tausende Bielefelder erleben bei Kaiserwetter einen Traumtag Die Faszination des Osterfeuers

Bielefeld (WB). Die Kulisse ist gigantisch. Ostersonntag Punkt 18 Uhr ist der Treffpunkt für die meisten Feuerfans am Obersee. »Es ist das beste Wetter der vergangenen sieben Jahre«, schwärmt Brandinspektor Steve Wasyliw. So wie bei allen anderen Ortsfeuern sorgte Trockenheit für exzellenten, qualmfreien Brandgenuss.

Von Michael Diekmann und Sabine Schulze
Volksfeststimmung am Obersee: Bei Kaiserwetter freuen sich viele Bielefelder beim Klönen und einem Picknick schon Stunden vorher auf das gigantische Feuer.
Volksfeststimmung am Obersee: Bei Kaiserwetter freuen sich viele Bielefelder beim Klönen und einem Picknick schon Stunden vorher auf das gigantische Feuer. Foto: Oliver Schwabe

Die »Kirmes« am Obersee beginnt bei Kaiserwetter schon am Vormittag. Wo im vergangenen Jahr gebibbert und der Wunsch nach Glühwein laut wurde, wird in diesem Jahr mit Wolldecke und Schnittchen schon Stunden vor dem Anzünden biwakiert, trifft man Freunde und Kollegen.

Für die Löschabteilung Schildesche der Feuerwehr bedeutet der Feuertermin eine Mammutaufgabe. Die 37 Freiwilligen haben drei Tage zu tun, legen Strom und Wasser und kümmern sich schließlich auch um Getränkestände und Bratwurstwagen, während mehr als 3500 Besucher einen Traumtag erleben. Die erlaubten 100 Kubikmeter Grünschnitt sind trocken. Zusätzlich verstärkt hat Wasyliw in diesem Jahr die Anheizphase durch einen Kranz aus alten Strohballen. Dicht gedrängt sitzen die Zuschauer hinter dem Absperrband.

Das ändert sich schlagartig, als Dennis Frommholz und Marco Wasyliw ihre Schutzkleidung anziehen, den Helm aufsetzen und den Haufen entzünden. In Sekundenschnelle fressen sich die Flammen durch das Stroh und greifen auf den Reisigkern über. Es ist so heiß, dass die Menge zurückweicht, aber trotzdem fasziniert in die Flammenwand schaut.

In Altenhagen sorgt 2019 gleich ein ganzes Dutzend Dudelsackspieler für den stimmungsvollen Rahmen des Feuers. Traditionell veranstaltet es der Geflügelzuchtverein mit einer Vielzahl Helfer auf der großen Wiese an der Altenhagener Straße. Die Kinder des Dorfes ziehen mit Fackeln zum Festplatz und entzünden den Reisighaufen. Ein großer Moment für die Kleinen. Osterfeuer in Altenhagen ist ein Muss, schwärmt Organisator Sascha Quisbrock.

Großen Zulauf erlebt auch das Osterfeuer auf dem Hof Möller, seit Jahrzehnten veranstaltet von der Freiwilligen Feuerwehr Babenhausen. »Man kommt hierher, um sich zu treffen«, bringt es Daniel Meyer auf den Punkt. Für die Löschabteilung bedeutet der Andrang viel Arbeit, 40 »Mann« – Aktive und ihre Familienmitglieder und Freunde – sichern die Versorgungslage, das Publikum – die Babenhausener, Ex-Babenhausener auf Osterbesuch und Bewohner der angrenzenden Ortsteile – kommt weitgehend mit Fahrrädern oder zu Fuß, um dabei zu sein, als Löschabteilungsführer Uwe Tölle, Michael Schmidt und Daniel Meyer den großen Haufen aus Gehölz, Buschwerk und Stroh mit Gas entzünden.

Ein Rundum-Programm wird an der Alten Wassermühle in Heepen geboten. Um vor allem die Kinder bis zum großen Moment kurz vor Einsetzen der Dämmerung bei Laune zu halten, gibt es Spiele und viel Auslauf, kann der Nachwuchs Stockbrot backen oder Riesen-Seifenblasen pusten, derweil die Eltern die Gelegenheit zum Klön nutzen. Für die Unterhaltung sorgen die Virgin Dragons mit Soul-Rock – froh über das gute Wetter. Im vergangenen Jahr war eher Glühwein gefragt, in diesem Jahr ist es die Kaltschale.

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