Auch Augustdorfer Kasernengebäude wird nach Alexej Kobelew benannt
Getöteter Bielefelder Soldat soll in Baumheide gewürdigt werden

Bielefeld (WB). Der vor fast acht Jahren in Afghanistan getötete Bielefelder Soldat Alexej Kobelew soll an einem noch nicht festgelegten Ort in Baumheide besonders gewürdigt werden. Die Heeper Bezirksvertreter nehmen damit Abstand von einer ersten Idee, Kobelew am Kriegerdenkmal in Heepen zu würdigen.

Donnerstag, 11.04.2019, 10:00 Uhr
Alexej Kobelew starb 2011 in Afghanistan.

Ausschlaggebend sei auch ein Gespräch mit den Angehörigen des Soldaten gewesen, berichtet der Heeper Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher (SPD) auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage. Klar sei, dass Baumheide der Lebensmittelpunkt von Alexej Kobelew gewesen ist. Deswegen liege es auch nahe, einen Ort in dem Stadtteil zu suchen, an dem der Soldat gewürdigt wird.

Zudem habe der Reservistenverband der Bundeswehr von einer Ehrung an dem Kriegerdenkmal abgeraten. Denn offiziell sei Kobelew nicht während eines Kriegs-, sondern eines Friedenseinsatzes getötet worden.

Der Bürgerausschuss hatte einen Bürgerantrag befürwortet, Straßen oder Plätze nach den beiden in Afghanistan getöteten Soldaten Kobelew und Martin Augustyniak zu benennen, aber die Entscheidungen an die Bezirksvertretungen Heepen und Brackwede weitergereicht. Bei Augustyniak wurde bereits eine Lösung gefunden: Ein Platz an der Ecke Waldbreede/Niederbreede/Lange Breede wird nach dem Soldaten benannt – in der Nähe seines Elternhauses.

Beratung vor den Sommerferien

In Baumheide sei der genaue Ort der Würdigung noch offen, betont Sternbacher. Man suche nach Vorschlägen und prüfe geeignete Plätze. »Vor den Sommerferien soll die Bezirksvertretung noch über das Thema beraten«, sagt Sternbacher. Zumindest eine Straßenbenennung sei kein Thema, da es meist schwierig sei, zeitnah geeignete und freie Straßen zu finden.

Alexej Kobelew (23) war im Juni 2011 als erster Angehöriger der Augustdorfer Brigade »Lipperland« im Afghanistan-Einsatz getötet worden. Gemeinsam mit fünf weiteren Soldaten war er mit einem Panzer in der Nähe von Kundus in eine Sprengfalle geraten. Der Bielefelder starb noch am Anschlagsort, seine fünf Kameraden wurden verletzt.

Inspekteur des Heeres muss noch zustimmen

Wie berichtet, soll ein Lehrsaalkomplex auf dem Gelände der Rommel-Kaserne in Augustdorf nach Kobelew benannt werden. Es ist das erste Gebäude auf dem Areal, das nach einem Menschen benannt wird. Die Soldaten suchten es aus, weil der Komplex von allen Kompanien genutzt wird. Das Gebäude verfügt über mehrere Säle und Unterrichtsräume mit 30 bis 120 Plätzen. Bislang erinnert auf dem Kasernengelände in Augustdorf nur ein Gedenkstein am Ehrenmal an Kobelew.

Der Inspekteur des Heeres habe den Antrag für die Umbenennung aber noch immer nicht abschließend genehmigt, heißt es aus Augustdorf. Es werde aber mit Zustimmung gerechnet. Die Familie des getöteten Soldaten habe die Pläne bereits begrüßt. Hauptmann Udo Hagedorn, Sprecher der Panzerbrigade 21, äußert sich auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage zum Zeitplan: »Die Umbenennung soll noch im Laufe dieses Jahres erfolgen, im Idealfall noch in der ersten Jahreshälfte.«

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