E-Roller-Sharing startet in Bielefeld ab sofort in die erste Saison
Mit Alma lautlos von A nach B

Bielefeld (WB). Er trägt den Namen Alma und er nähert sich geräuschlos. An diesem Wochenende beginnt die erste E-Roller-Saison in Bielefeld.

Samstag, 06.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 18:21 Uhr
Ab sofort ausleihbar: Sarah Bicker ist gern mit dem E-Roller unterwegs. Sie weiß, dass die Testgruppe begeistert war. Foto: Bernhard Pierel

Die weiß-orangefarbenen Flitzer sind zum »Teilen«: Mobiel bietet dieses Sharing an. Bereit stehen 20 E-Roller, bis zum Sommer sollen es 50 sein. »Kinderleicht zu fahren«, versichern Mobiel-Geschäftsführer Martin Uekmann und Projektleiterin Sarah Bicker: »Im Prinzip nur Gas und Bremse.« Bis Freitag hatten sich per App bereits 132 potenzielle Nutzer angemeldet.

Mobiel setzt auf »Freefloating«

Alma kann maximal 100 Kilometer weit fahren, der Akku wird mit Öko-Strom geladen. Feste Stellplätze gibt es nicht, Mobiel setzt auf »Freefloating«. Bedeutet: Der Roller kann da abgestellt werden, wo die Fahrt beendet ist. Allerdings: Die Nutzer-App zeigt eine Karte mit dem Radius an, auf den die Touren begrenzt sind: Er beinhaltet Dornberg, Schildesche, Heepen, Stieghorst und Gadderbaum. Im Süden Bielefelds ist endgültiges Abstellen (noch) nicht möglich.

Die App meldet, wenn die Akku-Leistung unter 20 Prozent fällt. Mobiel-Mitarbeiter fahren dann zum Roller-Standort und tauschen den Akku aus – selber »nachtanken« geht nicht. Ist ein E-Roller per App gebucht, öffnet sich der Deckel des Staufachs, in dem zwei Helme untergebracht sind. Jeder dieser smarten Roller koste rund 6000 Euro, so Uekmann. 50 Tester seien drei Monate lang mit den Zweirädern unterwegs gewesen. »Die waren durchweg begeistert«, sagt Sarah Bicker.

Mobilität im Fluss

Unter dem Begriff »FlowBie«, was so etwas wie »Mobilität im Fluss« bedeuten soll, plane Mobiel mehr, so Uekmann. Geprüft werde ein E-Tretroller-Sharing. Die Zulassung der Flitzer in Deutschland gilt nur noch als Frage der Zeit.

Voraussichtlich bereits im September sollen in zwei Testgebieten – Jöllenbeck und Sennestadt – sogenannte Kleinbusse auf Abruf eingesetzt werden, die per App oder Anruf angefordert werden können: eine schlaue Kreuzung aus Taxi und Linienbus.

Deutlich komplizierter als gedacht sehe die Lage dagegen bei der Beschaffung von Brennstoffzellenbussen aus, sagt Uekmann. Noch im vergangenen Jahr hatte Mobiel geplant, vier Brennstoffzellenbusse samt dazugehöriger Wasserstoff-Tankstelle anzuschaffen. »Aber es gibt keine Hersteller, allenfalls Prototypen, die nicht ausreichend erprobt sind.« Mobiel wollte die Brennstoffzellenbusse auf der Linie 29 einsetzen, wäre damit Vorreiter gewesen. Das ist man fast beim E-Roller-Sharing. Oberhausen ist die nächstgelegene Stadt, die Ähnliches offeriert.

So geht’s

Das Facebook-Video wird geladen

Zuerst die »FlowBielefeld«-App herunterladen (erhältlich in den Stores von Android und iOS). Im ersten Schritt müssen Führerschein und Personalausweis hochgeladen und Zahlungsinformationen hinterlegt werden. Die Zahlung erfolgt entweder per Lastschrift oder Kreditkarte. Nach Prüfung der Daten gibt Mobiel das Profil frei.

Die App macht auf einer Bielefeld-Karte aktuelle E-Roller-Standorte und deren jeweilige Ladekapazität sichtbar. Der Akku eines E-Rollers schafft maximal 100 Kilometer.

Die Anmeldung kostet 9,90 Euro, 25 Freiminuten inklusive. Das Fahren pro Minute kostet 19 Cent, das Parken pro Minute sechs Cent, der Tagespreis beträgt 19 Euro. In der »FlowBie«-Zentrale, Otto-Brenner-Straße 242 (ehemals Vorabend-Check-in-Schalter, neben der Sieker-Endstation) können auch Beratungsgespräche vereinbart werden: unter Telefefon 0521/511515 oder per E-Mail an service@flowbie.de . An diesem Samstag können E-Scooter von 15 bis 21 Uhr am Altstädter Kirchplatz Probe gefahren werden.

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