Bilanz des Hauptzollamts in Bielefeld: 1,5 Tonnen Shisha-Tabak beschlagnahmt
Starker Tobak

Bielefeld (WB). Mehr als 1,5 Tonnen Wasserpfeifentabak hat das Hauptzollamt in Bielefeld im abgelaufenen Jahr beschlagnahmt. Das ist vier Mal soviel Tabak wie im Vorjahr.

Samstag, 06.04.2019, 03:00 Uhr
Kirsten Schüler und Pfeifentabak. Foto: Jan Gruhn

Bei der Kontrolle von Shisha-Bars sind die Zollfahnder in diesem Jahr eigenen Angaben zufolge besonders erfolgreich gewesen. »Bei insgesamt 100 Kontrollen haben wir 90 Verstöße festgestellt«, sagte Dirk Waschul, Sachgebietsleiter Kontrollen beim Hauptzollamt am Freitag anlässlich der Jahresbilanz des Hauptzollamtes. Ein richtig dicker Fund ging den Kontrolleuren im Juni in Bielefeld ins Netz: Dort wurden 240 Kilogramm unversteuerter Tabak beschlagnahmt.

Im gleichen Monat gab’s in der Filiale eines Postdienstleisters in Bielefeld ein Paket, das Waschul noch heute schmunzeln lässt. In Indien hatte jemand 3,8 Kilogramm Potenzmittel bestellt. Das entspreche etwa 3850 Tagesdosen, rechnete Waschul vor. »Die Person muss ihr Vergnügen jetzt anders sicherstellen.«

Weniger zum Lachen ist den Zollfahndern, wenn’s ums Thema Schwarzarbeit geht. Der entstandene Steuerschaden sei zwar im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Millionen Euro auf knapp 30 Millionen Euro zurückgegangen. »Aber wir haben es zunehmend mit organisierter Kriminalität zu tun«, sagte Thomas Adebar, stellvertretender Behördenleiter. Dieses Klientel habe keine Scheu, gewalttätig zu werden. Immer wieder versuchten kriminelle Vereinigungen, Sozialversicherungsabgaben zu vermeiden. Ein Fall, der im März für Aufregung sorgte, war ein Sozialversicherungsbetrug in der Fleischindustrie. 2000 Arbeitnehmer waren betroffen, es ging um Rentenversicherungsbeiträge in Höhe von mehr als sechs Millionen Euro. Besonders von Schwarzarbeit betroffen waren zudem das Baugewerbe und die Transportbranche, sagte Adebar. Insgesamt wurden 2018 im Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamtes in Bielefeld 1854 Arbeitgeber überprüft (Vorjahr: 1763).

460.000 Euro in bar

Während in den beiden Vorjahren keine Bargeldtransporte ins Ausland gestoppt wurden, waren es im abgelaufenen Jahr gleich zwei bemerkenswerte Fälle: Im November kontrollierten Zollfahnder ein Fahrzeug mit slowakischem Kennzeichen. Die Insassen hatten etwa 460.000 Euro in bar dabei, versteckt in Jacken, Taschen und Koffern. In einem weiteren Fall war ein Mann auf der A2 unterwegs nach Polen – mit 370.000 Euro im Gepäck. Illegale Betäubungsmittel fanden die Einsatzkräfte in 365 Fällen. Zum Teil waren es größere Mengen, auf der A44 ging den Fahndern ein Transport mit 9,5 Kilogramm Marihuana ins Netz.

Doch natürlich hat es der Zoll nicht nur mit Kriminellen zu tun: Insgesamt generierte das Hauptzollamt Bielefeld eigenen Angaben zufolge inklusive Tabaksteuer Einnahmen von etwa 15,92 Milliarden Euro (Vorjahr: 15,64). Deutschlandweit nahm der Zoll etwa 141 Milliarden Euro ein. »Das entspricht etwa der Hälfte der Gesamtsteuereinnahmen des Bundes«, sagte Schüler.

Neue blaue Uniformen

Für sie und ihre Kollegen steht demnächst eine Neuerung an. Die alte, grüne Dienstkleidung wird im Laufe des Aprils durch die neue blaue Uniform ausgetauscht. Damit passe man sich den anderen Sicherheitsbehörden in Europa an. Die NRW-Polizei hat bereits vor einigen Jahren umgestellt.

Das Hauptzollamt Bielefeld und seine 691 Beschäftigten sind für OWL und Teile des Sauerlandes zuständig. Darunter fällt auch der Flughafen Paderborn.

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