Eltern unterstützen junge Aktivisten und gründen eigene Bewegung
»Fridays for Future« startet Müllsammel-Aktion

Bielefeld (WB). Wir können mehr als Schule schwänzen, meinen Bielefelds »Fridays for Future«-Aktivisten – und haben an diesem Freitag Müll gesammelt.

Freitag, 05.04.2019, 18:18 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 18:20 Uhr
Gabriele Nebe-Brauer und Jochen Röndigs von Greenpeace helfen den Schülern beim Müllsortieren. Foto: Bernhard Pierel

Mittags um 13 Uhr kommen vor dem Rathaus rund 150 Schülerinnen und Schüler zusammen. Dabei haben sie große blaue Plastiktüten, gefüllt mit Unrat, den sie zuvor aufgelesen haben. Gabriele Nebe-Brauer und Jochen Röndigs von Greenpeace helfen beim Sortieren.

Der »Fridays for Future« -Bewegung werde oft vorgeworfen, sie bestehe nur aus Schulschwänzern und Heuchlern, meint Fynn Horstmannshoff (19), der sich jetzt um die Öffentlichkeitsarbeit der Bielefelder Gruppe kümmert. »Dagegen wollten wir ein deutliches Zeichne setzen.«

Auch Azubis und Studenten machen mit

»Wir« – das sind längst nicht mehr nur Schüler. Auch Azubis und Studenten machen mit. Die Müllsammler haben sich von ihrer Schule, von der Uni oder auch von zu Hause aus aufgemacht und unterwegs ihren Weg von Müll befreit. Und dabei ist ein ordentlicher Berg zusammengekommen. Vom Rathaus aus wird dann alles ordnungsgemäß abtransportiert.

»Fridays for Future« hat in Bielefeld inzwischen eine feste Organisationsstruktur, berichtet Fynn Horstmannshoff. Zu einem Helfertreffen kamen 50 Leute. Es wurden unterschiedliche Arbeitsgruppen gebildet, die sich unter anderem um die Organisation weiterer Aktionen kümmern.

»Nach den Osterferien wird es wieder einen Schulstreik geben«, kündigt Horstmannshoff an. »Wir wollen nicht locker lassen.«

Unterstützung von Eltern

Inzwischen bekommen die jungen Aktivisten auch Unterstützung von ihren Eltern. In Bielefeld hat sich eine Gruppe »Parents for Future« gebildet. In der haben sich Eltern zusammengeschlossen, die ebenfalls die Klimakrise zu ihrem Thema gemacht haben. Sprecherin der Bielefelder Gruppe ist Romy Mamerow.

»Parents for Future« sei inzwischen international vernetzt, berichtet Mamerow. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Eltern, dass die Bewältigung der Klimakrise oberste Priorität haben müsse. Sie nehmen auch die Europawahl in den Blick: »Beim Gang zur Wahlurne sollte die Zukunft der eigenen Kinder bedacht werden.« Ein Treffen der Parents for Future Bielefeld ist für Donnerstag, 11. April, ab 18.30 Uhr im Haus der Kirche geplant.

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